Biowein-Glossar
Bio-Wein Lexikon – Weinglossar von A bis Z
Willkommen in unserem Bio-Wein Lexikon. Hier finden Sie verständliche Erklärungen zu Weinbegriffen mit Schwerpunkt auf Biowein, nachhaltigem Weinbau und naturnaher Vinifikation.
A
Abfüllung: Die Abfüllung ist der letzte Schritt der Weinherstellung, bei dem der fertige Wein in Flaschen gefüllt und verschlossen wird. Bei Bioweinen erfolgt dieser Prozess möglichst schonend, um Sauerstoffkontakt zu vermeiden und den Einsatz von Schwefel gering zu halten.
Abgang: Der Abgang beschreibt den Geschmackseindruck, der im Mund bleibt, nachdem man den Wein geschluckt oder ausgespuckt hat. Ein langer, harmonischer Abgang gilt als Qualitätsmerkmal, da er zeigt, dass der Wein gut strukturiert ist und seine Aromen langsam freigibt. Bei Bioweinen wirkt der Abgang oft besonders natürlich und ausgewogen, da Frucht, Säure und Gerbstoffe nicht durch starke technische Eingriffe verfälscht werden.
Aglianico: Aglianico stammt aus Süditalien und wird vor allem in Kampanien und Basilikata angebaut. Die Sorte reift spät und ist relativ widerstandsfähig gegen Hitze, aber anfällig für Fäulnis. Sie ergibt tanninreiche, langlebige Rotweine mit dunkler Frucht und würzigen Noten.
Airen: Airén ist die wichtigste Weißweinrebsorte Spaniens und wird vor allem in La Mancha angebaut. Sie ist extrem hitze- und trockenheitsresistent und daher ideal für warme Klimazonen. Die Weine sind meist leicht, neutral und frisch, oft Grundlage für einfache Weißweine und Brände.
Alkoholgehalt: Der Alkoholgehalt gibt an, wie viel Prozent Alkohol im Wein enthalten sind. Er entsteht während der Gärung, wenn Hefen den Zucker in Alkohol umwandeln.
Allergikerfreundlicher Wein: Wein, der für Menschen mit Lebensmittelunverträglichkeiten oder Allergien besser verträglich ist. Dazu gehören Weine mit niedrigen Gehalten an Histamin, Sulfiten, Sorbit oder Zuckerarten. Sie werden gezielt ausgewählt und geprüft, um typische Beschwerden verschiedene unverträglichkeiten oder Allergien zu reduzieren.
Amphore: Eine Amphore ist ein traditionelles Gefäß aus Ton oder Keramik, das zur Gärung oder Reifung von Wein genutzt wird. Diese Methode stammt aus sehr alten Weinbauregionen wie Georgien. Die Amphore ermöglicht einen natürlichen Austausch mit Sauerstoff, ohne Holz- oder Metallgeschmack abzugeben, und bewahrt somit den ursprünglichen Charakter des Weins.
Anbaugebiet: Das Anbaugebiet bezeichnet die geografische Region, in der Wein angebaut wird, zum Beispiel Mosel, Rheinhessen oder Südtirol. Jedes Anbaugebiet besitzt eigene klimatische Bedingungen und Bodentypen, die den Geschmack des Weins prägen.
Anschnitt (Ertragsschnitt): Der Anschnitt beschreibt das Zurückschneiden der Reben im Winter, um das Wachstum und den Ertrag zu steuern.
Anreicherung: Anreicherung bedeutet die gezielte Veränderung des Mosts, etwa durch Zucker oder Säure. Im Bio-Weinbau ist diese Praxis stark eingeschränkt. Ziel ist es, Weine möglichst unverändert aus der Traube entstehen zu lassen und nicht durch Kellertechnik zu formen.
Arinto: Arinto stammt aus Portugal und ist vor allem in Bucelas und im Vinho-Verde-Gebiet verbreitet. Die Sorte ist bekannt für ihre hohe natürliche Säure und gute Alterungsfähigkeit. Sie ergibt frische, zitrusbetonte Weißweine mit klarer Struktur.
Aromaprofil: Das Aromaprofil fasst die typischen Duft- und Geschmackseigenschaften eines Weins zusammen, etwa fruchtig, würzig, floral oder mineralisch.
Aromen: Aromen sind die Duft- und Geschmacksstoffe, die wir beim Riechen und Trinken eines Weins wahrnehmen. Man unterscheidet Primäraromen (aus der Traube, z. B. Apfel oder Beeren), Sekundäraromen (aus der Gärung, z. B. Hefe oder Brot) und Tertiäraromen (durch Reifung, z. B. Honig oder Nuss).
Aufzuckerung (Chaptalisation): Aufzuckerung bezeichnet das Hinzufügen von Zucker zum Most vor oder während der Gärung, um den Alkoholgehalt zu erhöhen. Im Bio-Weinbau ist diese Praxis nur eingeschränkt erlaubt und unterliegt strengen gesetzlichen Regeln. Viele Bio-Winzer verzichten bewusst darauf, um den Wein möglichst naturbelassen zu erzeugen.
Ausbau: Der Ausbau beschreibt die Reifephase des Weins nach der Gärung. Er kann im Edelstahltank, Holzfass, Tonamphoren oder Beton erfolgen.
Auslese: Auslese bezeichnet sowohl eine Qualitätsstufe als auch das bewusste Auswählen besonders reifer oder edelfauler Trauben. Diese werden getrennt verarbeitet, um besonders konzentrierte Weine zu erzeugen.
Authentizität: Authentizität beschreibt die Echtheit und Ursprünglichkeit eines Weins. Ein authentischer Biowein schmeckt nach seiner Rebsorte, seinem Boden und seinem Jahrgang. Für viele Kundinnen und Kunden ist genau diese Authentizität der wichtigste Grund, sich für Biowein zu entscheiden.
Autochthone Rebsorten: Autochthone Rebsorten sind Rebsorten, die ursprünglich aus einer bestimmten Region stammen und dort seit Jahrhunderten angebaut werden. Sie sind besonders gut an Klima und Boden angepasst und daher im ökologischen Weinbau sehr beliebt. Durch ihre natürliche Widerstandskraft benötigen sie weniger Pflanzenschutz und bringen Weine hervor, die ihre Herkunft deutlich widerspiegeln.
Autolyse: Die Autolyse beschreibt den Zerfall von Hefezellen nach der Gärung, vor allem bei Schaumweinen. Dabei werden Stoffe freigesetzt, die dem Wein Aromen von Brot, Brioche oder Nuss verleihen.
Auxerrois: Auxerrois wird vor allem im Elsass, in Luxemburg und in Deutschland angebaut. Die Sorte ist eng mit Pinot Blanc verwandt und reift früh. Sie liefert milde, fruchtige Weine mit geringer Säure und Aromen von Birne und Apfel.
Avesso: Avesso ist eine portugiesische Rebsorte aus der Region Vinho Verde. Sie bevorzugt kühlere Lagen und bringt körperreiche Weißweine mit gelber Frucht und moderater Säure hervor. Avesso eignet sich gut für strukturierte, langlebige Weißweine.
B
Bacchus Weißwein: Der Bacchus Weißwein ist eine deutsche Rebsorte aus den 1930er Jahren und überzeugt mit intensiver Aromatik sowie früher Reife. Als Bio-Weißwein begeistert er mit feiner Muskatnote, Aromen von weißen Blüten, Johannisbeere und Orange und sollte jung getrunken werden.
Baden: Baden ist das südlichste deutsche Anbaugebiet und erstreckt sich vom Tauberland bis zum Bodensee und umfasst den Kaiserstuhl, Breisgau, Kraichgau und Markgräflerland. Die Böden reichen von Muschelkalk und Keuper bis zu fruchtbarem Löss mit Vulkanuntergrund. Bioweine aus Baden sind fruchtig, mineralisch und nachhaltig produziert.
Barbera: Barbera ist eine der wichtigsten Rebsorten des Piedmont. Sie ist robust und ideal für hochwertigen Biowein geeignet. Der tief rubinrote Bio Rotwein überzeugt mit Aromen von Kirsche, Pflaume und Veilchen sowie lebendiger Säure.
Barrique: Ein Barrique ist ein kleines Eichenholzfass mit einem Fassungsvermögen von etwa 225 bis 300 Litern. Während der Reifung nimmt der Wein Aromen wie Vanille, Karamell oder Röstaromen auf und gewinnt an Struktur.
Beerenhaut: Die Beerenhaut ist die Schale der Weintraube. Sie enthält Farbstoffe, Gerbstoffe und viele Aromavorstufen. Im Bio-Weinbau ist eine gesunde Beerenhaut besonders wichtig, da sie den Wein ohne chemische Hilfsmittel vor Krankheiten schützt.
Begrünung: Begrünung bedeutet, dass zwischen den Rebzeilen gezielt Pflanzen wachsen dürfen. Diese schützen den Boden vor Erosion, fördern Insekten und verbessern die Bodenstruktur. Für Bio-Winzer ist Begrünung ein wichtiges Werkzeug, um das natürliche Gleichgewicht im Weinberg zu erhalten.
Belluno: Belluno ist eine seltene italienische Rebsorte aus Venetien. Sie ist wenig verbreitet und wird meist regional ausgebaut. Die Weine sind leicht, frisch und eher neutral im Aroma.
Bentonit: Bentonit ist eine natürliche Tonerde, die zur Klärung von Wein eingesetzt wird. Sie bindet Eiweiß und Trubstoffe, die sich danach absetzen und entfernt werden können. Bentonit ist pflanzlich-mineralisch und daher sowohl für Biowein als auch für veganen Wein geeignet.
Biodiversität: Biodiversität bezeichnet die Vielfalt von Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen im Weinberg. Im ökologischen Weinbau wird sie gezielt gefördert, etwa durch Blühstreifen, Begrünung zwischen den Reben oder Nistplätze für Insekten. Eine hohe Biodiversität stärkt das natürliche Gleichgewicht und macht den Weinberg widerstandsfähiger gegen Krankheiten.
Biodynamischer Weinbau: Der biodynamische Weinbau geht über die klassischen Bio-Richtlinien hinaus und betrachtet den Weinberg als lebendigen Organismus. Neben natürlichen Präparaten aus Kräutern und Mineralien werden kosmische Rhythmen wie Mondphasen berücksichtigt. Ziel ist es, die natürliche Vitalität von Boden und Reben zu stärken.
Biogene Amine: Biogene Amine sind stickstoffhaltige, basische Verbindungen, die im Stoffwechsel von Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen entstehen, darunter Histamin, Tyramin und Putrescin. Sie fungieren im Körper als Neurotransmitter, Hormone oder Wachstumsregulatoren. In Lebensmitteln (Käse, Fisch, Wein) entstehen sie durch Fermentation oder Verderb und können in hohen Mengen oder bei empfindlichen Menschen zu Unverträglichkeiten führen.
Biologischer Anbau: Der biologische Anbau verzichtet auf synthetische Pflanzenschutzmittel und Kunstdünger. Stattdessen werden natürliche Methoden zur Pflege der Reben eingesetzt, wie Kompost, Pflanzenextrakte oder mechanische Unkrautbekämpfung. Ziel ist es, gesunde Trauben im Einklang mit der Natur zu erzeugen.
Biologischer Säureabbau: Der biologische Säureabbau ist ein natürlicher Prozess, bei dem harte Apfelsäure in mildere Milchsäure umgewandelt wird. Dadurch wird der Wein weicher und runder im Geschmack. Besonders bei Rotwein und kräftigen Weißweinen wird dieser Prozess gezielt genutzt, auch im Bio-Weinbau.
Biowein: Biowein ist Wein aus Trauben, die nach den Regeln des ökologischen Landbaus angebaut wurden. Auch im Keller gelten strenge Vorgaben, zum Beispiel beim Einsatz von Zusatzstoffen und Schwefel. Bioweine tragen ein anerkanntes Bio-Siegel und werden regelmäßig kontrolliert.
Biozertifizierung: Die Biozertifizierung bestätigt, dass ein Wein nach den gesetzlichen Vorgaben des ökologischen Landbaus erzeugt wurde. Unabhängige Kontrollstellen prüfen regelmäßig Weinberge, Keller und Dokumentation. Nur zertifizierte Betriebe dürfen ihre Weine als Biowein kennzeichnen. Auch Onlinehändler, die Bioprodukte anbieten, müssen sich der Bio-Kontrolle unterwerfen und werden zertifiziert.
Blauer Silvaner: Blauer Silvaner ist eine Farbmutation des Silvaners und wird hauptsächlich in Deutschland kultiviert. Die Sorte ist relativ anspruchslos im Anbau. Sie liefert milde, harmonische Weißweine mit zurückhaltender Frucht.
Blaufränkisch: Blaufränkisch wird vor allem in Österreich, Ungarn und Deutschland angebaut. Die Sorte ist spätreifend und frostempfindlich, liefert aber hochwertige Trauben. Typisch sind würzige, pfeffrige Weine mit dunkler Beerenfrucht und guter Säure.
Bobal: Bobal ist eine der wichtigsten Rotweinsorten Spaniens und wird vor allem in Utiel-Requena angebaut. Sie ist sehr robust, trockenheitsresistent und ertragreich. Die Weine sind tiefdunkel, fruchtbetont und zeigen Aromen von Brombeere, Kirsche und Kräutern.
Boden: Der Boden ist die Grundlage für den Charakter eines Weins. Je nach Zusammensetzung und Ausgangsgestein beeinflusst er Wasserhaushalt, Nährstoffversorgung und Wärme. Im Bio-Weinbau wird der Boden besonders schonend behandelt, um das Bodenleben und seine Fruchtbarkeit langfristig zu erhalten.
Bordeaux: Bordeaux ist ein weltberühmtes Weinbaugebiet in Frankreich und bekannt für kräftige Rotweine, edle Süßweine und klassische Cuvées aus Merlot, Cabernet Sauvignon, Cabernet franc und Malbec. Die Böden von Médoc, Saint-Émilion und Entre-Deux-Mers sorgen für strukturierte und mineralische Weine.
Botrytis: Botrytis ist ein Pilz, der Trauben befällt. In ungünstigen Bedingungen verursacht er Fäulnis, unter bestimmten Umständen jedoch die sogenannte Edelfäule, die für edelsüße Weine erwünscht ist. Im Bio-Weinbau wird Botrytis sorgfältig beobachtet, da auf chemische Bekämpfung verzichtet wird.
Bronner: Bronner ist eine pilzwiderstandsfähige Neuzüchtung aus Deutschland. Sie zeigt hohe Resistenz gegen Peronospora und Oidium und eignet sich besonders für den Bioanbau. Die Weine sind fruchtig, mit guter Säure und oft burgunderähnlichem Charakter.
Brut: Brut ist eine Geschmacksangabe für Schaumwein und bezeichnet einen sehr trockenen Stil. Der Restzuckergehalt ist gering, wodurch Frische und Säure besonders klar hervortreten.
Bukett: Das Bukett beschreibt den Duft eines Weins, also die Gesamtheit seiner Aromen in der Nase. Es kann fruchtig, blumig, würzig oder mineralisch sein.
C
Cabernet Blanc: Cabernet Blanc ist eine moderne PIWI-Sorte mit Herkunft aus der Schweiz. Sie besitzt gute Pilzresistenz und erinnert aromatisch an Sauvignon Blanc. Typisch sind Noten von Stachelbeere, Zitrus und Kräutern.
Cabernet Franc: Cabernet Franc ist eine traditionsreiche Rebsorte aus dem Bordeaux, eleganter Cuveépartner und Elternteil berühmter Sorten wie Merlot und Cabernet Sauvignon. Als Biowein überzeugt er mit eleganter Frucht, feiner Würze und ausgewogener Struktur.
Cabernet Sauvignon: Cabernet Sauvignon gilt als Königin der roten Rebsorten und steht für kraftvollen, tanninreichen Rotwein mit intensiver Farbe. Typisch sind Aromen von Johannisbeere und Paprika sowie ein hohes Reifepotenzial, besonders im Holzfass ausgebaut. Als Bio Rotwein überzeugt er mit Tiefe, Struktur und ausgezeichneter Lagerfähigkeit.
Cannonau: Cannonau ist die sardische Variante des Grenache und prägt die Weine der Insel maßgeblich. Die Sorte ist hitzeresistent und gut an trockene Bedingungen angepasst. Die Weine sind weich, würzig und zeigen Aromen von roten Beeren, Kräutern und manchmal Lakritz.
Carbonische Maischegärung: Bei der carbonischen Maischegärung vergären ganze, unversehrte Trauben in einer sauerstoffarmen Umgebung. Dabei entstehen besonders fruchtige und leichte Weine mit wenig Gerbstoffen. Diese Methode wird auch im Bio-Weinbau eingesetzt, da sie ohne chemische Zusätze auskommt und sehr schonend ist.
Carménère: Carménère ist eine traditionsreiche Rebsorte aus dem Bordeaux mit großer Bedeutung in Chile. Als Biowein überzeugt sie mit dunkler Farbe, weichen Tanninen und Aromen von Schokolade, Tabak und Beeren.
Catarratto: Catarratto ist eine der wichtigsten Weißweinrebsorten Siziliens. Sie ist robust und hitzeresistent, aber anfällig für Ertragsprobleme. Die Weine sind frisch, leicht herb und oft Bestandteil regionaler Cuvées.
Cellar Door (Direktverkauf ab Weingut): Cellar Door bezeichnet den direkten Verkauf von Wein ab dem Weingut. Viele Winzer nutzen diesen Vertriebsweg, um kurze Lieferketten zu schaffen und persönlichen Kontakt zu ihren Kundinnen und Kunden zu pflegen. Dies unterstützt Transparenz und Vertrauen in die Herstellung.
Chablis: Die Weinregion im Burgund ist für ihre mineralischen Chardonnay-Bioweine bekannt. Die Klassifikationen reichen von Petit Chablis über Premier Cru bis zu Grand Cru. Die Weine sind frisch, elegant und können jung oder gereift genossen werden.
Champagnerverfahren (Méthode Traditionnelle): Das Champagnerverfahren ist die klassische Methode zur Herstellung von hochwertigem Schaumwein. Die zweite Gärung findet dabei in der Flasche statt. Auch Bio-Sekte können nach dieser Methode produziert werden, wobei alle eingesetzten Zutaten wie Hefe und Zucker aus biologischer Herkunft stammen müssen.
Chaptalisation: Chaptalisation bezeichnet das Hinzufügen von Zucker zum Most, um den Alkoholgehalt zu erhöhen. Im Bio-Weinbau ist diese Praxis nur eingeschränkt erlaubt und streng geregelt.
Chardonnay: Chardonnay wird weltweit angebaut, besonders in Frankreich (Burgund, Champagne), Kalifornien und Australien. Die Sorte ist anpassungsfähig, aber anfällig für Fäulnis. Sie bringt je nach Ausbau frische, mineralische oder cremige, holzbetonte Weine hervor.
Chenin Blanc: Chenin Blanc stammt aus dem Loiretal und ist auch in Südafrika verbreitet. Sie ist spät reifend und empfindlich gegenüber Botrytis, was sie für Süßweine prädestiniert. Die Weine reichen von knochentrocken bis edelsüß und sind sehr lagerfähig.
Chlorose: Chlorose ist eine Mangelerscheinung der Rebe, bei der sich die Blätter gelb verfärben, während die Blattadern grün bleiben. Sie entsteht häufig durch Nährstoffmangel z.B. wegen ungünstiger Bodenverhältnisse.
Clairette: Clairette wird vor allem im Süden Frankreichs kultiviert. Sie ist hitzeresistent, aber anfällig für Oxidation. Die Weine sind mild, fruchtig und werden häufig in Cuvées eingesetzt.
Clarification (Klärung): Die Klärung dient dazu, Trubstoffe aus dem Wein zu entfernen, damit er klar und stabil wird. Im Bio-Weinbau werden dafür bevorzugt natürliche Mittel wie Bentonit oder pflanzliche Proteine eingesetzt. Auf tierische Schönungsmittel wird häufig verzichtet, um den Wein vegan zu halten.
Clos: Ein Clos ist ein von Mauern oder Hecken umgebener Weinberg. Diese traditionelle Form der Abgrenzung schützt die Reben vor Wind und schafft ein eigenes Mikroklima.
CO₂-Fußabdruck: Der CO₂-Fußabdruck beschreibt, wie viel klimaschädliches Kohlendioxid bei der Herstellung, Verpackung und beim Transport eines Weins entsteht. Viele Bio-Weingüter versuchen, diesen durch kurze Transportwege, leichte Flaschen und erneuerbare Energien zu reduzieren. Nachhaltigkeit umfasst dabei nicht nur den Weinberg, sondern die gesamte Produktionskette.
Cortese: Cortese ist die Rebsorte des Gavi im Piemont. Sie reift spät und bevorzugt kalkhaltige Böden. Die Weine sind trocken, mineralisch und von Zitrus- und Apfelaromen geprägt.
Cremigkeit: Cremigkeit beschreibt das weiche, samtige Mundgefühl eines Weins. Sie entsteht häufig durch Hefelager oder biologischen Säureabbau.
Cru: Cru bezeichnet eine besonders hochwertige Lage oder einen besonders hochwertigen Weinberg. Der Begriff stammt ursprünglich aus Frankreich und steht für Weine mit klarer Herkunft und hoher Qualität.
Cuvée: Eine Cuvée ist eine Mischung aus verschiedenen Rebsorten oder aus unterschiedlichen Weinpartien eines Jahrgangs. Ziel ist es, bestimmte Eigenschaften wie Frucht, Säure und Struktur optimal miteinander zu verbinden. Bei Bio-Cuvées müssen alle verwendeten Weine aus kontrolliert biologischem Anbau stammen.
D
Dauerbegrünung: Dauerbegrünung bedeutet, dass zwischen den Rebzeilen dauerhaft Pflanzen wachsen. Diese schützen den Boden vor Austrocknung und Erosion und bieten Lebensraum für Insekten. Für Bio-Winzer ist sie ein wichtiges Mittel zur Förderung der Biodiversität.
Degorgieren: Degorgieren bezeichnet das Entfernen der Hefe aus der Flasche bei der Herstellung von Schaumwein. Der Flaschenhals wird dabei eingefroren und der Hefepfropf durch den Kohlensäuredruck herausgeschleudert.
Degustation: Degustation bezeichnet die fachliche Verkostung von Wein. Dabei werden Farbe, Duft und Geschmack systematisch beurteilt.
Dekantieren: Beim Dekantieren wird der Wein vorsichtig in eine Karaffe umgefüllt, um ihn vom Depot zu trennen und mit Sauerstoff in Kontakt zu bringen.
Demeter: Demeter ist ein anerkanntes Siegel für biodynamischen Anbau. Weine mit diesem Zeichen stammen aus besonders strengen ökologischen Richtlinien, die über die gesetzlichen Bio-Vorgaben hinausgehen. Sie legen großen Wert auf Bodenleben, natürliche Kreisläufe und minimale Eingriffe im Keller.
Depot: Als Depot bezeichnet man den natürlichen Bodensatz in der Flasche, der vor allem bei unfiltrierten oder schonend behandelten Weinen auftreten kann. Er besteht aus Farbstoffen, Hefen oder Mineralstoffen und ist gesundheitlich unbedenklich.
Destillation: Destillation ist ein Verfahren, bei dem Alkohol durch Erhitzen und Kondensieren konzentriert wird. Sie wird im Weinbau zum Beispiel für Tresterbrand genutzt.
Deutsches Bio-Siegel: Das deutsche Bio-Siegel kennzeichnet Produkte, die den EU-Öko-Verordnungen entsprechen. Auf Weinflaschen zeigt es an, dass die Trauben aus kontrolliert biologischem Anbau stammen und der Ausbau nach Bio-Richtlinien erfolgte.
Dichte: Die Dichte beschreibt das Verhältnis von Zucker, Alkohol und Extrakt im Wein oder Most. Sie wird während der Gärung gemessen, um deren Verlauf zu kontrollieren.
Direktpressung: Bei der Direktpressung werden die Trauben unmittelbar nach der Lese gepresst, ohne längere Maischestandzeit. Diese Methode wird vor allem für Weißwein und Rosé verwendet, um helle Farben und frische Fruchtaromen zu bewahren.
Direktvermarktung: Direktvermarktung bezeichnet den Verkauf von Wein ohne Zwischenhändler, etwa im Hofladen oder Online-Shop des Weinguts.
Doppeltes Hefelager: Doppeltes Hefelager bedeutet, dass ein Wein nach der Gärung über längere Zeit auf der Feinhefe liegt. Dadurch gewinnt er an Struktur und Cremigkeit. Besonders Bio-Schaumweine und hochwertige Weißweine profitieren von diesem natürlichen Reifeprozess.
Dornfelder: Dornfelder ist eine deutsche Neuzüchtung, die früh reift und hohe Farbausbeute besitzt. Sie ist relativ robust gegenüber Krankheiten. Die Weine sind fruchtig, weich und zeigen Aromen von Kirsche und Brombeere.
Dosage: Die Dosage ist eine Mischung aus Wein und Zucker, die nach dem Degorgieren bei Schaumwein hinzugegeben wird, um den Süßegrad festzulegen. Sie bestimmt, ob ein Sekt als Brut, Extra Brut oder Demi-Sec gilt. Bei Bio-Schaumwein stammt der Zucker aus biologischer Herkunft.
Drainage: Drainage bezeichnet die Ableitung von überschüssigem Wasser aus dem Boden. Sie ist wichtig, um Staunässe und Wurzelfäule zu vermeiden.
Druckfiltration: Druckfiltration ist ein Verfahren zur Klärung von Wein, bei dem dieser unter Druck durch Filtermaterial gepresst wird. Im Bio-Weinbau wird sie nur sparsam eingesetzt, da zu starke Filtration Geschmack und Charakter beeinträchtigen kann.
Druckgärung: Die Druckgärung ist ein Verfahren zur Herstellung von Schaumwein, bei dem die zweite Gärung in einem geschlossenen Tank stattfindet. Der entstehende Kohlensäuredruck bleibt im Wein gebunden. Auch Bio-Schaumweine können nach diesem Verfahren erzeugt werden.
Düngung: Düngung versorgt die Reben mit Nährstoffen. Im Bio-Weinbau werden ausschließlich organische Dünger wie Kompost, Mist oder Pflanzenjauchen verwendet. Ziel ist es, den Boden langfristig fruchtbar zu halten und das Bodenleben zu fördern.
Durchgärung: Durchgärung bezeichnet den vollständigen Abschluss der alkoholischen Gärung, bei dem der gesamte Zucker in Alkohol umgewandelt wurde. Ein durchgegorener Wein schmeckt trocken. Im Bio-Weinbau wird die Gärung möglichst natürlich gesteuert, oft mit wilden Hefen aus dem Weinberg.
E
Edelfäule: Edelfäule ist eine spezielle Form des Botrytis-Pilzes, der die Beerenhaut perforiert und Wasser aus den Trauben verdunsten lässt. Dadurch steigt die Zuckerkonzentration, was edelsüße Weine ermöglicht. I
Edelstahl: Edelstahlbehälter werden zur Gärung und Lagerung von Wein verwendet. Sie sind geschmacksneutral und leicht zu reinigen.
Eichenfass: Eichenfässer dienen dem Ausbau von Wein und geben je nach Nutzungsalter Aromen wie Vanille oder Röstaromen ab.
Einzellage: Eine Einzellage ist ein klar abgegrenzter Weinberg mit eigener Bezeichnung. Weine aus Einzellagen zeigen besonders deutlich den Einfluss von Boden und Klima auf die Weinqualität.
Eiweißstabilisierung: Die Eiweißstabilisierung verhindert Trübungen im fertigen Wein. Im Bio-Weinbau erfolgt sie mit natürlichen Mitteln wie Bentonit.
Entblättern: Beim Entblättern werden Blätter rund um die Traubenzone entfernt, um Belüftung und Sonneneinstrahlung zu verbessern. Diese Maßnahme reduziert Pilzkrankheiten und wird im Bio-Weinbau gezielt eingesetzt.
Enzyme: Enzyme unterstützen im Keller die Klärung oder Aromafreisetzung.
Erhaltungsdüngung: Erhaltungsdüngung bedeutet, dem Boden nur so viele Nährstoffe zuzuführen, wie durch die Ernte entzogen wird. Sie erfolgt im Bio-Weinbau vorwiegend mit organischem Material.
Ernte: Die Ernte ist der Zeitpunkt, an dem die Trauben gelesen werden. Der richtige Erntezeitpunkt ist entscheidend für Zucker, Säure und Aroma.
Erntereife: Erntereife beschreibt den optimalen Reifezustand der Trauben. Sie wird durch Zucker, Säure und Geschmack bestimmt.
Ernterückstände: Ernterückstände sind Pflanzenteile, die nach der Lese im Weinberg verbleiben. Sie werden häufig in den Boden eingearbeitet, um Humus zu bilden.
Erosion: Erosion ist der Verlust von Boden durch Wind oder Wasser. Bio-Winzer bekämpfen sie durch Begrünung unter den Reben und schonende Bodenbearbeitung.
Ertrag: Der Ertrag beschreibt die Menge an Trauben, die ein Weinberg hervorbringt. Im Bio-Weinbau wird der Ertrag bewusst begrenzt, um die Qualität der Trauben zu erhöhen und die Reben nicht zu überfordern.
Ertragsreduzierung: Ertragsreduzierung bedeutet, dass überschüssige Trauben entfernt werden, damit die verbleibenden besser ausreifen. Diese Maßnahme verbessert die Aromenkonzentration und ist im Bio-Weinbau weit verbreitet.
Essigsäure: Essigsäure entsteht bei unerwünschter Oxidation oder Fehlgärung. In geringen Mengen ist sie natürlicher Bestandteil des Weins.
Etikettierung: Die Etikettierung gibt dem Kunden Informationen über Herkunft, Bio-Siegel und Inhalt. Für Biowein gelten besondere Kennzeichnungspflichten.
EU-Bio-Logo: Das EU-Bio-Logo kennzeichnet Produkte aus kontrolliert ökologischem Anbau. Auf Weinflaschen bestätigt es, dass sowohl die Arbeit im Weinberg als auch im Keller den Bio-Richtlinien entsprechen.
Extrakt: Extrakt umfasst alle nichtflüchtigen Inhaltsstoffe eines Weins, wie Mineralien, Zuckerreste und Gerbstoffe. Ein hoher Extraktgehalt verleiht dem Wein Dichte und Fülle.
Extraktion: Extraktion bezeichnet das Herauslösen von Farbstoffen, Gerbstoffen und Aromen aus den Beerenhäuten.
F
Fäule: Fäule beschreibt den Verderb von Trauben durch Pilzkrankheiten oder Bakterien. Sie kann durch zu hohe Feuchtigkeit, dichte Laubwände oder beschädigte Beeren entstehen. Im Bio-Weinbau wird Fäule nicht mit synthetischen Fungiziden bekämpft, sondern durch vorbeugende Maßnahmen wie gezielte Laubarbeit, lockere Traubenzonen und gesunde Böden reduziert.
Fassausbau: Fassausbau bezeichnet die Reifung des Weins im Holzfass. Während dieser Zeit nimmt der Wein Sauerstoff und Holzaromen wie Vanille, Rauch oder Gewürze auf.
Fehlaromen: Fehlaromen sind unerwünschte Geruchs- oder Geschmacksnoten wie Essig, Schimmel oder Schwefel. Sie entstehen durch falsche Lagerung, Oxidation oder gestörte Gärung.
Feinhefe: Feinhefe besteht aus abgestorbenen Hefezellen, die sich nach der Gärung am Boden des Tanks oder Fasses absetzen. Wird der Wein auf dieser Feinhefe gelagert, gewinnt er an Fülle, Cremigkeit und Stabilität.
Fermentation: Fermentation ist der natürliche Prozess, bei dem Hefen den Zucker im Traubensaft in Alkohol und Kohlendioxid umwandeln. Im Bio-Weinbau wird die Gärung häufig spontan mit natürlichen Hefen durchgeführt, um den Charakter von Traube und Herkunft stärker zu betonen.
Fetească Neagră: Fetească Neagră ist Rumäniens edle, autochthone Rotweinrebsorte und steht für tiefrote Weine mit Aromen von Waldfrüchten, Vanille und feinen Röstaromen. Als Biowein überzeugt sie durch robuste Eigenschaften im Anbau und großes Reifepotenzial.
Feteasca Regala: Feteasca Regala stammt aus Rumänien und Moldawien. Sie ist relativ robust und früh reifend. Die Weine zeigen florale Noten, Apfelaromen und frische Säure.
Feuchtigkeit: Feuchtigkeit beeinflusst maßgeblich die Gesundheit der Reben. Zu viel Feuchtigkeit begünstigt Pilzkrankheiten, zu wenig Wasser stresst die Pflanzen. Bio-Winzer achten auf eine ausgewogene Wasserversorgung durch Bodenpflege, Begrünung und gute Durchlüftung der Reben.
Filtration: Filtration ist ein Verfahren, um Trubstoffe und Mikroorganismen aus dem Wein zu entfernen und ihn klar und stabil zu machen. Unfiltrierte Weine können ein Depot bilden, gelten aber als besonders ursprünglich.
Flaschenhalsfrostung: Die Flaschenhalsfrostung ist ein Schritt bei der Herstellung von Schaumwein nach der Champagner Methode (klassische Flaschengärung). Der Flaschenhals wird eingefroren, damit beim Degorgieren der Hefepfropf sauber entfernt werden kann. Dieses traditionelle Verfahren wird auch bei Bio-Sekt angewendet.
Flaschengewicht: Das Flaschengewicht beeinflusst den CO₂-Ausstoß beim Transport erheblich. Viele Bio-Weingüter setzen bewusst leichtere Flaschen ein, um Energie zu sparen und den ökologischen Fußabdruck zu reduzieren, ohne die Qualität des Weines zu beeinträchtigen.
Flaschenreife: Flaschenreife bezeichnet die Weiterentwicklung eines Weins nach der Abfüllung. Während dieser Zeit verändern sich Aromen, Säure und Struktur, sodass der Wein harmonischer wird.
Franken:Das Weinbaugebiet Franken rund um Würzburg ist bekannt für Silvaner, Riesling und Pinot Noir. Immer mehr Winzer setzen auf ökologischen Biowein, den Sie bei Biowein-erlesen online bestellen und zu Hause genießen können. Frankenwein verbindet Tradition, Terroir und erstklassigen Geschmack.
Frische: Frische beschreibt den lebendigen, belebenden Eindruck eines Weins, der durch Säure, Frucht und Alkoholbalance entsteht.
Frostschäden: Frostschäden entstehen, wenn junge Triebe durch Minusgrade geschädigt werden. Sie können Ertrag und Qualität mindern.
Frostschutz: Frostschutz umfasst Maßnahmen, um Reben vor Schäden durch Spätfrost zu schützen. Dazu gehören das Abbrennen von Frostkerzen, Windmaschinen od er Wasserberegnung.
Fruchtaromen: Fruchtaromen sind Duft- und Geschmackseindrücke, die an Früchte wie Apfel, Birne, Beeren oder Zitrus erinnern. Sie stammen vor allem aus der Rebsorte selbst und werden durch schonende Gärung bewahrt.
Frühlese: Frühlese bezeichnet die Ernte der Trauben vor vollständiger Reife. Sie wird genutzt, um frische, säurebetonte Weine mit niedrigem Alkoholgehalt oder um Grundweine für die Sektproduktion zu erzeugen.
Füllstand: Der Füllstand gibt an, wie viel Wein sich in der Flasche befindet. Ein korrekter Füllstand ist wichtig, um Oxidation zu vermeiden und die Haltbarkeit zu sichern.
Furmint: Furmint ist die Hauptrebsorte Tokajs in Ungarn. Sie ist anfällig für Botrytis, was sie ideal für Süßweine macht. Trocken ausgebaut liefert sie straffe, mineralische Weine mit hohem Säuregehalt.
G
Gärbehälter: Gärbehälter können aus Edelstahl, Holz, Beton oder Ton bestehen. Jedes Material beeinflusst den Wein anders.
Gärhilfe: Gärhilfen unterstützen den Start oder Verlauf der Gärung. Im Bio-Weinbau sind nur natürliche Hilfsmittel wie Hefenährstoffe aus Hefen erlaubt, keine synthetischen Produkte.
Gärführung: Gärführung bezeichnet die Steuerung von Temperatur, Dauer und Sauerstoffkontakt während der Gärung. Eine kontrollierte Gärführung sorgt für saubere Aromen und stabile Weine.
Gärreste: Gärreste bestehen aus Hefen und Feststoffen, die sich nach der Gärung absetzen. Sie werden entweder entfernt oder bewusst für den Ausbau auf der Feinhefe genutzt.
Gärspund: Ein Gärspund ist ein Ventil, das Kohlendioxid aus dem Gärbehälter entweichen lässt, ohne Sauerstoff hereinzulassen. Er schützt den Wein vor Oxidation und Fremdkeimen.
Gärstopp: Ein Gärstopp beendet die alkoholische Gärung vorzeitig, um Restsüße im Wein zu erhalten. Dies kann durch Kühlung, Filtration oder die Zugabe von Schwefel erfolgen.
Gärtemperatur: Die Gärtemperatur beeinflusst, wie schnell und sauber die Gärung verläuft. Niedrige Temperaturen fördern fruchtige Aromen, höhere Temperaturen extrahieren mehr Farbe und Gerbstoffe. Bio-Winzer steuern sie vorsichtig, um natürliche Aromen zu erhalten.
Gärung: Die Gärung ist der zentrale Prozess der Weinherstellung, bei dem Hefen den Zucker im Traubensaft in Alkohol umwandeln. Dabei entstehen auch Kohlendioxid und zahlreiche Aromastoffe. Im Bio-Weinbau erfolgt die Gärung oft spontan mit natürlichen Hefen, um die Typizität des Terroirs hervorzuheben.
Ganzheitlicher Anbau: Ganzheitlicher Anbau betrachtet Weinberg, Boden, Pflanzen und Umwelt als zusammenhängendes System. Ziel ist es, natürliche Kreisläufe zu stärken und Eingriffe zu minimieren. Dieses Prinzip ist ein Grundgedanke des Bio- und biodynamischen Weinbaus.
Ganztraubenpressung: Bei der Ganztraubenpressung werden die Trauben unzerquetscht gepresst. Dadurch gelangen weniger Bitterstoffe aus Kernen und Schalen in den Most. Diese Methode wird besonders für hochwertige Bio-Weißweine und Schaumweine eingesetzt, um Eleganz und Frische zu bewahren.
Gerbstoffe: Gerbstoffe, auch Tannine genannt, stammen aus den Schalen, Kernen und Stielen der Trauben sowie aus Holzfässern. Sie verleihen dem Wein Struktur und Lagerfähigkeit.
Gesamtalkohol: Gesamtalkohol beschreibt den vorhandenen Alkohol plus den potenziellen Alkohol, der noch aus Restzucker entstehen könnte. Dieser Wert hilft, die Reife der Trauben einzuschätzen und den Gärverlauf zu kontrollieren.
Gesamtsäure: Die Gesamtsäure umfasst alle im Wein enthaltenen Säuren, wie Wein-, Apfel- und Milchsäure. Sie sorgt für Frische, Stabilität und Lagerfähigkeit.
Geschmacksprofil: Das Geschmacksprofil fasst die sensorischen Eindrücke eines Weins zusammen, etwa süß, sauer, bitter, fruchtig oder würzig.
Gewürztraminer: Gewürztraminer ist eine der ältesten europäischen Bukettrebsorten und steht für intensiv aromatische, goldgelbe Weine mit Rosenduft, Honig- und Gewürznoten. Als Biowein überzeugt er durch Fülle, Eleganz und große Ausdruckskraft.
Glera: Glera ist die Hauptrebsorte für Prosecco in Venetien. Sie ist ertragreich, aber empfindlich gegenüber Frost. Die Weine sind leicht, frisch und fruchtbetont mit Apfel- und Birnennoten.
Grauburgunder: Grauburgunder, auch Ruländer genannt, ist eine hochwertige deutsche Rebsorte mit körperreichen, säurearmen Weinen und feinen Aromen von Apfel, Birne, Nuss und Mandel. Er überzeugt durch Eleganz, Cremigkeit und terroirbetonten Charakter.
Grenache Blanc: Grenache Blanc ist im südlichen Frankreich und Spanien verbreitet. Sie ist hitzeresistent und liefert alkoholreiche, milde Weißweine mit Kräuter- und Fruchtnoten.
Grillo: Grillo ist eine bedeutende Rebsorte Siziliens. Sie ist hitzeresistent und gut für trockene Weißweine geeignet. Typisch sind Zitrus-, Apfel- und Kräuteraromen.
Grünlese: Grünlese ist das gezielte Entfernen unreifer oder überzähliger Trauben während des Sommers. Dadurch konzentriert die Rebe ihre Kraft auf die verbleibenden Trauben, was die Qualität steigert. Diese Methode ist im Bio-Weinbau weit verbreitet.
Grundwein: Grundwein ist der still vergorene Wein, der als Basis für die Herstellung von Schaumwein dient. Seine Qualität ist entscheidend für die spätere Feinheit des Sekts.
Grüner Veltliner: Grüner Veltliner ist die bekannteste autochthone Rebsorte Österreichs und steht für würzig-frische Weine mit typischer Pfeffernote und Aromen von Steinobst. Als Biowein überzeugt er durch lebendige Säure, klare Struktur und vielseitige Stilistik.
Gutedel: Gutedel ist eine alte deutsche Weißweinsorte mit mildem, geschmacksneutralem Charakter, der das Terroir deutlich zum Ausdruck bringt. Seine leichte Süffigkeit, feine Milde und Cremigkeit nach BSA machen ihn zu einem wunderbaren Tafelwein.
Gutswein: Gutswein bezeichnet die Einstiegskategorie eines Weinguts. Er soll den typischen Stil des Hauses zeigen. Bei Weingütern, die im Verband der Prädikatsweingüter zusammengeschlossen sind, ist der Gutswein die Basis der Qualitätspyramide.
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Haltbarkeit: Haltbarkeit beschreibt, wie lange ein Wein lagerfähig ist, ohne an Qualität zu verlieren.
Handlese: Handlese bezeichnet die Ernte der Trauben von Hand. Dabei können die Trauben direkt im Weinberg sortiert und beschädigte oder unreife Beeren ausgesondert werden.
Harmonie: Harmonie beschreibt das ausgewogene Zusammenspiel von Säure, Frucht, Alkohol und Gerbstoffen im Wein.
Haushefen: Haushefen sind natürliche Hefestämme, die dauerhaft im Keller eines Weinguts vorkommen. Sie prägen den individuellen Stil eines Weinguts.
Hefe: Hefe ist ein Mikroorganismus, der den Zucker im Traubensaft in Alkohol und Kohlendioxid umwandelt.
Hefeautolyse: Hefeautolyse beschreibt den Zerfall der Hefezellen während der Lagerung auf der Hefe. Dabei werden Stoffe freigesetzt, die dem Wein cremige Textur und Aromen wie Brot oder Nuss verleihen.
Hefekontakt / Hefelager: Hefekontakt bezeichnet die Zeit, in der der Wein nach der Gärung mit der Feinhefe in Berührung bleibt. Dieser Kontakt verleiht dem Wein mehr Struktur, Fülle und Komplexität und ist ein wichtiger Qualitätsfaktor.
Hefemanagement: Hefemanagement umfasst alle Maßnahmen zur Steuerung der Hefetätigkeit während der Gärung, etwa Temperaturkontrolle oder Nährstoffzugabe.
Hefenährstoffe: Hefenährstoffe versorgen die Hefen während der Gärung mit wichtigen Mineralien und Stickstoff. Im Bio-Weinbau dürfen nur natürliche Nährstoffe verwendet werden, keine synthetischen Zusätze.
Hefetrub: Hefetrub besteht aus abgestorbenen Hefezellen und festen Bestandteilen nach der Gärung. Er setzt sich am Boden des Behälters ab und kann entweder entfernt oder für den Ausbau auf der Feinhefe genutzt werden.
Hektarertrag: Der Hektarertrag gibt an, wie viel Wein pro Hektar Rebfläche erzeugt wird. Im Bio-Weinbau ist der Ertrag meist niedriger als im konventionellen Anbau.
Herbizide: Herbizide sind Mittel zur Unkrautbekämpfung. Im Bio-Weinbau sind synthetische Herbizide verboten, stattdessen werden mechanische Bodenbearbeitung oder Begrünung eingesetzt.
Herkunft: Herkunft bezeichnet das Gebiet oder die Lage, aus der ein Wein stammt. Sie prägt maßgeblich Geschmack und Stil des Weins.
Hitzestress: Hitzestress entsteht, wenn Reben über längere Zeit extrem hohen Temperaturen ausgesetzt sind. Dies kann das Wachstum hemmen und die Traubenqualität beeinträchtigen.
Holzfass: Holzfässer, meist aus Eiche, werden zur Reifung von Wein eingesetzt. Sie ermöglichen einen sanften Sauerstoffkontakt und geben in den ersten zwei bis drei Jahren Aromen wie Vanille oder Gewürzen ab.
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Immunsystem der Rebe: Das Immunsystem der Rebe beschreibt ihre natürliche Widerstandskraft gegen Krankheiten und Schädlinge. Im Bio-Weinbau wird es durch gesunde Böden, ausgewogene Nährstoffversorgung und schonende Pflege gestärkt.
Impfung (Hefezugabe): Impfung bezeichnet das gezielte Hinzufügen von Hefen zur Einleitung der Gärung.
Indigene Hefen: Indigene Hefen sind natürlich vorkommende Hefestämme auf den Trauben und im Keller. Sie ermöglichen eine spontane Gärung und tragen dazu bei, dass spontan vergorene Bioweine ihren regionalen Charakter besonders deutlich zeigen.
Infektion: Infektion bezeichnet das Eindringen von Krankheitserregern in Reben oder Trauben. Im Bio-Weinbau wird Infektionen durch Vorbeugung begegnet, etwa durch Luftzirkulation, Sortenwahl und Bodenpflege.
Inhaltsdeklaration: Die Inhaltsdeklaration gibt an, welche Stoffe im Wein enthalten oder zugesetzt worden sind. So müssen alle Zusatzstoffe (etwa Sulfite) sowie die Angaben zu Brennwert und Nährstoffgehalten (für Weine ab dem Jahrgang 2024) deklariert werden. Dies soll Transparenz für VerbraucherInnen schaffen.
Inhaltsstoffe: Inhaltsstoffe eines Weins sind Wasser, Alkohol, Säuren, Zucker, Mineralstoffe und Aromakomponenten.
Initialgärung: Initialgärung ist der Beginn der alkoholischen Gärung. Sie ist eine kritische Phase, in der Temperatur und Hygiene besonders wichtig sind.
Insektenhotel: Ein Insektenhotel bietet Wildbienen und anderen Nützlingen Unterschlupf. Viele Bio-Weingüter stellen sie im Weinberg auf, um die natürliche Schädlingsbekämpfung zu fördern.
Insektenvielfalt: Insektenvielfalt bezeichnet die Anzahl und Artenvielfalt von Insekten z.B. im Weinberg. Sie ist ein wichtiger Indikator für ein gesundes Ökosystem. Bio-Winzer fördern sie durch Blühstreifen, Hecken und den Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel.
Integrierter Pflanzenschutz: Der integrierte Pflanzenschutz kombiniert vorbeugende Maßnahmen wie Laubarbeit, Bodenpflege und robuste Rebsorten. Im Bio-Weinbau erfolgt er ohne synthetische Pflanzenschutzmittel und setzt auf natürliche Gleichgewichte im Weinberg.
Ionengehalt: Der Ionengehalt beschreibt den Anteil gelöster Mineralstoffe im Wein. Diese beeinflussen Geschmack und Mundgefühl und spiegeln den Boden wider, auf dem die Reben wachsen.
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Jährliche Bio-Kontrolle: Die jährliche Kontrolle ist die verpflichtende Überprüfung eines Bio-Weinguts durch eine anerkannte Kontrollstelle. Dabei wird geprüft, ob alle Vorschriften des ökologischen Weinbaus eingehalten werden. Diese regelmäßige Kontrolle sorgt für Transparenz und Vertrauen beim Verbraucher.
Jahrgang: Der Jahrgang gibt das Erntejahr der Trauben an. Er spiegelt die klimatischen Bedingungen eines Jahres wider und beeinflusst Reifegrad, Säure und Aromatik des Weins.
Jahrgangscharakter: Der Jahrgangscharakter beschreibt die typischen Eigenschaften eines bestimmten Erntejahres, etwa besondere Fruchtigkeit oder ausgeprägte Säure. Witterung, Sonnenschein und Niederschlag prägen diesen Charakter maßgeblich.
Jahrgangsschwankung: Jahrgangsschwankung bezeichnet die Unterschiede zwischen einzelnen Erntejahren.
Jahresdurchschnittstemperatur: Die Jahresdurchschnittstemperatur beeinflusst das Wachstum der Reben und die Reife der Trauben. Warme Jahre führen meist zu höheren Zuckerwerten, kühlere zu mehr Säure.
Jodhaltiger Boden: Jodhaltiger Boden kommt vor allem in Meeresnähe oder in ehemaligen Meeresablagerungen vor. Solche Böden können Weinen eine salzige, maritime Note verleihen.
Johannisbeeraroma: Johannisbeeraroma ist typisch für viele Rotweine, insbesondere aus der Rebsorte Cabernet Sauvignon. Es kann frisch, fruchtig oder leicht grünlich wirken.
Johanniter: Johanniter ist eine deutsche PIWI-Sorte mit guter Pilzresistenz. Sie liefert frische, fruchtige Weißweine mit moderater Säure. Besonders im ökologischen Weinbau ist sie beliebt.
Junganlage: Eine Junganlage ist ein neu gepflanzter Weinberg, dessen Reben noch nicht im vollen Ertrag stehen. In den ersten Jahren liegt der Fokus auf gesundem Wachstum und Wurzelbildung..
Jungfernlese: Jungfernlese bezeichnet die erste Ernte eines neu angelegten Weinbergs. Die Trauben liefern meist noch geringe Erträge, können aber bereits viel Charakter zeigen.
Jungwein: Jungwein ist ein Wein, der kurz nach der Gärung auf den Markt kommt. Er ist meist frisch, fruchtbetont und unkompliziert. Auch Bioweine können als Jungwein angeboten werden, wenn sie klar und stabil sind.
Jungweinverkostung: Eine Jungweinverkostung dient der Beurteilung des aktuellen Jahrgangs noch vor der Abfüllung. Winzer prüfen dabei Qualität, Stil und Entwicklungspotenzial.
Just-in-time-Abfüllung: Just-in-time-Abfüllung bedeutet, dass der Wein erst kurz vor dem Verkauf in Flaschen gefüllt wird. Dadurch bleibt er länger frisch im Tank oder Fass. Diese Methode reduziert Lagerzeiten und kann Ressourcen sparen.
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Kabinett: Kabinett ist eine Prädikatsstufe für Qualitätsweine und bezeichnet besonders leichte, elegante Weine mit niedrigem Alkoholgehalt. Sie werden aus vollreifen Trauben ohne Anreicherung erzeugt. Auch Bio-Kabinettweine spiegeln stark den Jahrgang und die Herkunft wider.
Kalkboden: Kalkboden ist reich an Calciumcarbonat und zeichnet sich durch gute Wasserspeicherung und Drainage aus. Reben auf Kalkböden liefern oft Weine mit feiner Säure und mineralischer Note.
Kaltgärung: Kaltgärung bezeichnet die alkoholische Gärung bei niedrigen Temperaturen, meist zwischen 12 und 18 Grad Celsius. Dadurch bleiben frische Fruchtaromen besser erhalten.
Kaltstabilisierung: Kaltstabilisierung ist ein Verfahren zur Entfernung überschüssiger Weinsäure in Form von Kristallen. Der Wein wird dazu stark gekühlt, sodass sich Weinstein absetzt. Im Bio-Weinbau wird dieses Verfahren sparsam eingesetzt, um den natürlichen Charakter zu erhalten.
Kelter: Die Kelter ist die Presse, mit der Trauben oder Maische ausgepresst werden. Moderne Keltern arbeiten besonders schonend, um Bitterstoffe aus Kernen und Schalen zu vermeiden.
Kellerwirtschaft: Kellerwirtschaft umfasst alle Arbeiten im Weinkeller, von der Gärung bis zur Abfüllung. Im Bio-Weinbau gelten auch hier strenge Richtlinien für Hilfsmittel und Reinigungsmittel. Ziel ist eine möglichst natürliche und transparente Weinbereitung.
Kerntemperatur: Die Kerntemperatur bezeichnet die Temperatur im Inneren der Trauben oder der Maische. Sie beeinflusst maßgeblich den Verlauf der Gärung.
Kiesboden: Kiesboden besteht aus grobem, steinigem Material und erwärmt sich schnell. Er speichert Wärme und fördert die Reife der Trauben.
Klärung: Klärung bezeichnet das Entfernen von Trubstoffen aus dem Wein. Im Bio-Weinbau werden bevorzugt natürliche Mittel wie Bentonit oder pflanzliche Proteine eingesetzt. Ziel ist ein klarer Wein ohne unnötige Zusätze.
Kleinparzelle: Eine Kleinparzelle ist ein sehr kleines, separat bewirtschaftetes Weinbergsstück. Sie ermöglicht individuelle Pflege und selektive Lese.
Klima: Klima beschreibt die langfristigen Wetterbedingungen einer Region. Temperatur, Niederschlag und Sonnenschein beeinflussen Reife und Aromatik der Trauben.
Klimawandel: Klimawandel führt zu höheren Temperaturen und veränderten Niederschlagsmustern. Dies beeinflusst Reifezeitpunkte und Alkoholgehalte der Weine. Winzer reagieren darauf mit neuen Rebsorten, höher gelegenen Lagen und angepasster Bewirtschaftung.
Korken: Korken bestehen aus der Rinde der Korkeiche und sind ein natürlicher Verschluss für Weinflaschen. Sie sind biologisch abbaubar und nachhaltig, wenn sie aus verantwortungsvoller Forstwirtschaft stammen.
Korkgeschmack: Korkgeschmack ist ein Fehler im Wein, der durch bestimmte Stoffe aus verunreinigtem Kork entsteht. Er äußert sich durch muffige, modrige Aromen.
Kräuteraromen: Kräuteraromen erinnern an Thymian, Rosmarin oder Salbei und treten vor allem bei Weinen aus warmen Regionen oder bestimmten Rebsorten auf. Sie können auch durch Begrünung und vielfältige Flora im Weinberg gefördert werden.
Kräuterbegrünung: Kräuterbegrünung bezeichnet das Einsäen von Kräutern und Blühpflanzen zwischen den Rebzeilen. Sie verbessert die Bodenstruktur, fördert Nützlinge und erhöht die Biodiversität. Im Bio-Weinbau ist sie ein wichtiges Instrument für gesunde Weinberge.
Kreislaufwirtschaft: Kreislaufwirtschaft bedeutet, dass Abfälle und Nebenprodukte wiederverwertet werden, etwa Trester als Kompost oder Dünger. Bio-Weingüter streben geschlossene Nährstoffkreisläufe an, um Ressourcen zu schonen und Böden zu stärken.
Kupfer: Kupfer ist ein Mittel zur Bekämpfung von Pilzkrankheiten wie Mehltau und im Bio-Weinbau in begrenzter Menge erlaubt. Es ersetzt synthetische Fungizide. Bio-Winzer versuchen, den Einsatz durch resistente Sorten und vorbeugende Maßnahmen zu minimieren.
Kurzzeiterhitzung: Kurzzeiterhitzung ist ein technisches Verfahren, bei dem Most oder Wein kurzzeitig stark erhitzt wird, um Mikroorganismen abzutöten. Im Bio-Weinbau ist sie nur eingeschränkt zulässig und wird selten angewendet, um den natürlichen Charakter des Weines nicht zu beeinträchtigen.
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Lagerfähigkeit: Lagerfähigkeit beschreibt, wie lange ein Wein unter geeigneten Bedingungen reifen kann, ohne an Qualität zu verlieren. Sie hängt von Säure, Alkohol, Tannin und Struktur ab.
Lagerfass: Ein Lagerfass dient der Reifung des Weins, meist aus Holz oder Edelstahl. Holzfässer ermöglichen einen leichten Sauerstoffkontakt und beeinflussen Aroma und Textur.
Lagerkeller: Der Lagerkeller ist der Raum, in dem Wein unter kontrollierten Bedingungen gelagert wird. Konstante Temperatur, Dunkelheit und passende Luftfeuchtigkeit sind entscheidend.
Lagencharakter: Lagencharakter beschreibt die typischen Eigenschaften eines bestimmten Weinbergs, etwa durch Bodenart, Ausrichtung und Mikroklima. Er prägt Geschmack und Struktur des Weins maßgeblich. Im Bio-Weinbau wird dieser Charakter besonders deutlich, da weniger technische Eingriffe erfolgen.
Lagenwein: Lagenwein stammt aus einem klar abgegrenzten Weinberg oder einer einzelnen Lage. Solche Weine zeigen besonders deutlich ihre Herkunft.
Lagrein: Lagrein ist eine autochthone Rebsorte aus Südtirol. Sie liebt warme Lagen und ist anfällig für Frost. Die Weine sind tiefdunkel, kräftig und zeigen Aromen von Waldbeeren und Bitterschokolade.
Laktischer Säureabbau: Der laktische Säureabbau ist ein biologischer Prozess, bei dem harte Apfelsäure in mildere Milchsäure umgewandelt wird. Dadurch wird der Wein weicher und runder im Geschmack.
Laubarbeit: Laubarbeit umfasst alle Maßnahmen am Blattwerk der Reben, etwa Entblättern oder Auslichten. Sie sorgt für bessere Belüftung und Sonneneinstrahlung der Trauben. Im Bio-Weinbau ist sie ein wichtiges Mittel zur Vorbeugung gegen Pilzkrankheiten.
Lemberger / Blaufränkisch: Lemberger, auch Blaufränkisch genannt, ist eine württembergische Spezialität mit fruchtigen Aromen von Brombeeren, Kirschen und Pflaumen mit kräftiger Struktur, harmonischen Gerbstoffe und vielseitiger Stilistik.
Lese: Die Lese bezeichnet die Ernte der Trauben. Sie kann per Hand oder maschinell erfolgen. Ziel ist es, nur gesunde und reife Trauben in den Keller zu bringen.
Lesegut: Lesegut ist die Bezeichnung für die geernteten Trauben. Seine Qualität entscheidet maßgeblich über die Qualität des späteren Weins.
Lesezeitpunkt: Der Lesezeitpunkt bestimmt den Reifegrad der Trauben und beeinflusst Alkohol, Säure und Aromatik des Weins. Ein optimaler Zeitpunkt ist entscheidend für den Weinstil.
Leichtglasflasche: Eine Leichtglasflasche ist eine besonders leichte Weinflasche, die Material und Transportgewicht spart. Sie reduziert den CO₂-Ausstoß beim Versand. Für Bio-Weine ist sie ein wichtiger Beitrag zur Nachhaltigkeit.
Lehmboden: Lehmboden besteht aus einer Mischung aus Sand, Schluff und Ton und speichert Wasser gut. Er versorgt die Reben gleichmäßig mit Feuchtigkeit und Nährstoffen. Im Bio-Weinbau gilt er als fruchtbarer Boden mit hohem Qualitätspotenzial.
Lichtgeschmack: Lichtgeschmack ist ein Weinfehler, der durch zu starke Lichteinwirkung entsteht, besonders bei hellen Flaschen. Er äußert sich in muffigen oder gekochten Aromen.
Lichtschutz: Lichtschutz bezeichnet Maßnahmen, die Wein vor schädlicher Lichteinstrahlung bewahren. Dazu gehören dunkle Flaschen und lichtgeschützte Lagerung. Er ist wichtig, um Aromen und Frische zu erhalten.
Lössboden: Lössboden ist ein feiner, kalkhaltiger Boden, der Wasser gut speichert und leicht zu bearbeiten ist. Er eignet sich besonders gut für den Weinbau. Bioweine aus Lössböden zeigen oft eine ausgewogene Frucht und milde Säure.
Löslichkeit von Weinstein: Die Löslichkeit von Weinstein hängt von Temperatur und Alkoholgehalt des Weins ab. Sinkt die Temperatur, kristallisiert Weinstein leichter aus. Im Bio-Weinbau wird dies oft durch natürliche Kälte genutzt statt durch technische Eingriffe.
Luftaustausch: Luftaustausch bezeichnet den Kontakt des Weins mit Sauerstoff, etwa im Holzfass oder beim Umfüllen. In kleinen Mengen fördert er Reifung und Aromabildung.
Luftfeuchtigkeit: Die Luftfeuchtigkeit im Weinkeller beeinflusst die Reifung und die Haltbarkeit der Korken.
Lufteintrag: Lufteintrag ist das bewusste oder unbeabsichtigte Hinzufügen von Sauerstoff während der Weinbereitung. Er kann Aromen öffnen, aber auch Oxidation fördern.
Lyra-Erziehung: Die Lyra-Erziehung ist ein Reberziehungssystem, bei dem die Triebe fächerförmig auseinandergezogen werden. Dadurch erhalten die Blätter mehr Licht und Luft. Diese Form eignet sich gut für den ökologischen Weinbau, da sie Krankheiten vorbeugt.
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Macabeo: Macabeo ist eine spanische Rebsorte, die vor allem für Cava verwendet wird. Sie ist anpassungsfähig und relativ trockenheitsresistent. Die Weine zeigen Apfel-, Zitrus- und Mandelnoten.
Maische: Maische ist die Mischung aus Traubensaft, Schalen, Kernen und Fruchtfleisch nach dem Zerdrücken der Trauben. Bei Rotwein bleibt die Maische während der Gärung zusammen, um Farbe und Gerbstoffe zu extrahieren.
Maischegärung: Maischegärung bezeichnet die alkoholische Gärung des Mosts zusammen mit den festen Bestandteilen der Traube. Sie ist entscheidend für Farbe, Aroma und Tanningehalt von Rotweinen.
Maischestandzeit: Die Maischestandzeit ist die Dauer, in der Saft und Schalen miteinander in Kontakt bleiben. Je länger sie dauert, desto intensiver werden Farbe und Gerbstoffe.
Malbec: Malbec ist eine alte französische Rebsorte, die kraftvolle, tiefrote Bioweine mit Aromen von Pflaume, Tabak, Blaubeere und Gewürzen hervorbringt. Als Biowein überzeugt er durch Struktur, Lagerfähigkeit und komplexe Aromatik.
Malolaktische Gärung: Die malolaktische Gärung ist der biologische Abbau von Apfelsäure zu Milchsäure durch Milchsäurebakterien. Dadurch wird der Wein weicher und runder im Geschmack.
Malvasia: Malvasia bezeichnet eine Gruppe aromatischer Sorten aus dem Mittelmeerraum. Sie wird in Italien, Spanien und Griechenland angebaut. Die Weine sind häufig blumig, exotisch und teils süß ausgebaut.
Manuelle Bodenbearbeitung: Manuelle Bodenbearbeitung bezeichnet das Bearbeiten des Bodens von Hand oder mit einfachen Geräten. Sie schont das Bodenleben und vermeidet Verdichtung.
Mazeration: Mazeration ist der Prozess, bei dem Saft und feste Traubenbestandteile miteinander in Kontakt bleiben, um Farbstoffe und Aromen zu lösen. Sie ist besonders wichtig bei der Rotweinherstellung.
Mazerationsdauer: Die Mazerationsdauer beschreibt die Länge dieses Kontakts zwischen Saft und Schalen. Sie beeinflusst Intensität, Körper und Gerbstoffe des Weins.
Melon de Bourgogne: Melon de Bourgogne ist die Rebsorte des Muscadet im Loiregebiet. Sie ist frostempfindlich und ergibt sehr trockene, mineralische Weißweine. Typisch sind Zitrus- und Steinobstaromen. .
Merlot: Merlot ist eine traditionsreiche Rotweinrebsorte aus dem Bordeaux und zählt zu den weltweit bedeutendsten Sorten. Sie bringt tiefrote, fruchtbetonte Weine mit Aromen von Kirsche, Pflaume und dunklen Beeren hervor. Typisch sind die weiche Tanninstruktur, die elegante Würze und der harmonische, vollmundige Charakter.
Mikroklima: Mikroklima bezeichnet die klimatischen Bedingungen in einem einzelnen Weinberg oder sogar innerhalb einer Rebzeile. Faktoren wie Hanglage, Boden und Vegetation beeinflussen es stark.
Mineralität: Mineralität beschreibt einen Eindruck von Frische, Salzigkeit oder Steinigkeit im Wein. Sie wird häufig mit dem Boden in Verbindung gebracht, auf dem die Reben wachsen.
Mindestalkoholgehalt: Der Mindestalkoholgehalt ist der gesetzlich vorgeschriebene minimale Alkoholgehalt für bestimmte Qualitätsstufen. Er wird durch den natürlichen Zuckergehalt der Trauben erreicht. Im Bio-Weinbau wird keine künstliche Erhöhung angestrebt.
Mindestlagerzeit: Mindestlagerzeit bezeichnet die vorgeschriebene oder empfohlene Reifezeit eines Weins vor dem Verkauf. Sie soll Qualität und Stabilität sichern.
Mischkultur: Mischkultur bedeutet, dass zwischen den Reben verschiedene Pflanzenarten wachsen. Sie fördert Biodiversität und Bodenleben. Im Bio-Weinbau ist sie ein zentrales Element der nachhaltigen Bewirtschaftung.
Montepulciano: Montepulciano ist eine wichtige Rebsorte Mittelitaliens, besonders in den Abruzzen. Sie ist ertragreich und relativ widerstandsfähig. Die Weine sind farbintensiv, fruchtig und zeigen weiche Tannine.
Morio Muskat: Morio Muskat ist eine deutsche Züchtung mit starkem Muskataroma. Sie ist anfällig für Krankheiten und wird daher wenig angebaut. Die Weine sind intensiv duftig und fruchtbetont.
Mosel: Die Mosel ist bekannt für mineralische Rieslinge, alte Rebsorten wie Elbling und hochwertige Bioweine. Bioweine bei Biowein-erlesen online bestellen ermöglicht es, die Vielfalt der Mosel bequem zu Hause zu genießen. Die Region vereint Tradition, Mineralität und modernen Weingenuss.
Most: Most ist der frisch gepresste Traubensaft vor Beginn der alkoholischen Gärung. Er enthält Zucker, Säuren und Aromavorstufen.
Mostgewicht: Das Mostgewicht gibt den Zuckergehalt des Mosts an und bestimmt den späteren Alkoholgehalt. Es wird in Grad Oechsle gemessen. WinzerInnen nutzen diesen Wert zur Bestimmung des optimalen Lesezeitpunkts.
Mosttrub: Mosttrub besteht aus festen Bestandteilen wie Fruchtfleisch, Schalenresten und Hefen im frisch gepressten Saft. Er setzt sich bei der Vorklärung ab.
Mulchen: Mulchen bezeichnet das Zerkleinern von Pflanzenmaterial zwischen den Rebzeilen. Es schützt den Boden vor Austrocknung und Erosion. Bio-Winzer nutzen Mulch zur Humusbildung und Nährstoffversorgung.
Müller-Thurgau: Müller-Thurgau ist eine frühreifende Weißweinrebsorte, gezüchtet von Prof. Hermann Müller aus Thurgau. Sie entstand aus Riesling und Madeleine Royal. Die Weine sind frisch, feinfruchtig und blumig, haben mittleren Körper, milde Säure und eine helle, gelbe Farbe. Müller-Thurgau ist anspruchslos im Anbau, ertragssicher und zeigt bei reduzierter Ertragsmenge sein wahres Qualitätspotenzial.
Mundgefühl: Mundgefühl beschreibt, wie sich ein Wein im Mund anfühlt, etwa weich, cremig oder trocken. Es wird durch Säure, Alkohol und Gerbstoffe bestimmt.
Muscaris: Muscaris ist eine PIWI-Sorte mit ausgeprägter Muskatnote. Sie ist resistent gegen Pilzkrankheiten. Die Weine sind aromatisch, mit exotischen Frucht- und Blütennoten.
Muskateller: Muskateller wird in vielen europäischen Ländern angebaut. Die Sorte ist aromatisch und früh reifend. Typisch sind intensive Muskat- und Blütenaromen.
Mutation: Mutation ist eine natürliche genetische Veränderung innerhalb einer Rebsorte. Sie kann neue Spielarten hervorbringen, etwa andere Beerenfarbe oder Reifezeit.
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Nachgärung: Nachgärung bezeichnet eine erneute Gärung, die nach der ersten alkoholischen Gärung einsetzen kann, etwa durch Restzucker im Wein. Sie kann gewollt sein, wie bei Schaumwein, oder ungewollt auftreten du dann zu Weinfehlern führen.
Nachhaltige Verpackung: Nachhaltige Verpackung umfasst umweltfreundliche Materialien wie Leichtglasflaschen, Recyclingpapier für Etiketten oder Kartons aus Altpapier. Sie reduziert den ökologischen Fußabdruck eines Weins erheblich.
Nahe:Das Weinbaugebiet Nahe überzeugt durch ein mildes Klima, eine außergewöhnliche Bodenvielfalt und eine große Auswahl an Rebsorten.
Nährstoffbilanz: Die Nährstoffbilanz beschreibt das Verhältnis von zugeführten und verbrauchten Nährstoffen im Boden. Sie hilft, Über- oder Unterversorgung zu vermeiden.
Nährstoffkreislauf: Nährstoffkreislauf bedeutet, dass Nährstoffe im Betrieb möglichst im Umlauf bleiben, etwa durch Kompostierung von Trester und Grünschnitt. So wird der Boden langfristig fruchtbar gehalten. Bio-Weingüter streben geschlossene Kreisläufe an.
Nährstoffmangel: Nährstoffmangel entsteht, wenn der Rebe wichtige Mineralien wie Stickstoff, Kalium oder Magnesium fehlen. Er äußert sich durch schwaches Wachstum oder verfärbte Blätter.
Nährstoffversorgung: Die Nährstoffversorgung beschreibt, wie gut die Reben mit lebenswichtigen Mineralstoffen versorgt sind. Sie beeinflusst Ertrag, Reife und Aromabildung. Bio-Winzer setzen auf Kompost, Gründüngung und Humusaufbau statt auf Kunstdünger.
Natürliche Hefen: Natürliche Hefen kommen von selbst auf den Trauben und im Keller vor. Sie leiten die Gärung ohne künstliche Zusätze ein. Dies nennt sich Spontanvergärung.
Natürlicher Pflanzenschutz: Natürlicher Pflanzenschutz nutzt Pflanzenstärkungsmittel, Nützlinge und vorbeugende Maßnahmen statt chemischer Mittel. Ziel ist es, Krankheiten zu vermeiden, bevor sie entstehen. Er ist ein Grundprinzip des ökologischen Weinbaus.
Naturkork: Naturkork ist ein Verschluss aus der Rinde der Korkeiche. Er ist biologisch abbaubar und ein nachwachsender Rohstoff mit sehr guter Klimabilanz.
Naturtrüb: Naturtrüb beschreibt Weine, die nicht oder nur grob filtriert wurden. Sie enthalten noch feine Trubstoffe und wirken oft etwas wolkig.
Nebbiolo: Nebbiolo ist die edelste Rebsorte des Piemont und Grundlage für Barolo und Barbaresco. Sie ist anspruchsvoll, spätreifend und anfällig für Wetterextreme. Die Weine sind tanninreich, langlebig und zeigen Aromen von Rosen, Teer, Kirsche und Gewürzen.
Nebenerzeugnisse: Nebenerzeugnisse sind Nebenprodukte der Weinherstellung wie Trester, Kerne oder Hefen. Sie können weiterverwendet werden, etwa als Kompost oder zur Destillation.
Negroamaro: Negroamaro stammt aus Apulien im Süden Italiens und ist dort weit verbreitet. Die Sorte ist hitze- und trockenheitsresistent und relativ robust. Die Weine sind dunkel, kräftig und zeigen Aromen von schwarzen Beeren, Kräutern und einer leichten Bitternote.
Nerello Mascalese: Nerello Mascalese wird hauptsächlich an den Hängen des Ätna auf Sizilien angebaut. Die Sorte bevorzugt vulkanische Böden und ist relativ empfindlich gegenüber Krankheiten. Sie ergibt elegante, mineralische Weine mit feiner Säure und Aromen von Kirsche, Kräutern und Rauch.
Nero d’Avola: Nero d’Avola ist Siziliens wichtigste Rotweinsorte. Sie ist hitzeresistent und gut an trockene Bedingungen angepasst. Die Weine sind würzig, fruchtbetont und besitzen Aromen von Kirsche und Kräutern.
Nero di Troia: Nero di Troia ist eine autochthone Rebsorte aus Apulien. Sie ist relativ widerstandsfähig und bevorzugt warme, trockene Lagen. Die Weine sind strukturiert mit kräftigen Tanninen und Aromen von dunklen Früchten und Veilchen.
Neupflanzung: Neupflanzung bezeichnet das Anlegen eines neuen Weinbergs mit jungen Reben. In den ersten Jahren liegt der Fokus auf Wurzelbildung und gesundem Wachstum.
Niedrigintervention: Niedrigintervention beschreibt einen Stil der Weinbereitung mit möglichst wenigen Eingriffen. Ziel ist es, den Wein sich selbst entwickeln zu lassen. Dieser Ansatz ist besonders im Bio- und Naturweinbereich verbreitet.
Nitratgehalt: Der Nitratgehalt im Boden beeinflusst das Wachstum der Reben. Zu hohe Werte können zu übermäßigem Blattwachstum führen. Im Bio-Weinbau wird Nitrat durch natürliche reduzierte Düngung kontrolliert.
Nullschwefelung: Nullschwefelung bedeutet, dass dem Wein kein Schwefeldioxid zugesetzt wird. Solche Weine sind besonders naturbelassen, aber auch empfindlicher. Sie erfordern große Sorgfalt bei Lese und Ausbau.
Nützlinge: Nützlinge sind Insekten oder Tiere, die Schädlinge fressen oder Krankheiten reduzieren, etwa Marienkäfer oder Schlupfwespen. Sie helfen, das natürliche Gleichgewicht im Weinberg zu erhalten. Im Bio-Weinbau werden sie gezielt gefördert.
Nützlingsförderung: Nützlingsförderung umfasst Maßnahmen wie Blühstreifen, Hecken und Insektenhotels. Sie schafft Lebensräume für hilfreiche Tiere.
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Oberboden: Oberboden ist die oberste Bodenschicht, die reich an Humus und Mikroorganismen ist. Sie ist entscheidend für die Nährstoffversorgung der Reben.
Oechslegrad: Maß für den Zuckergehalt der Weintrauben bzw. des Mosts.
Offene Gärung: Offene Gärung bezeichnet die alkoholische Gärung in offenen Behältern. Sie erlaubt natürlichen Gasaustausch und erleichtert das Unterstoßen der Maische.
Öko-Kontrollstelle: Eine Öko-Kontrollstelle ist eine staatlich anerkannte Institution, die Bio-Betriebe mindestens jährlich überprüft. Sie kontrolliert Weinberge, Kellerwirtschaft und Dokumentation. Nur nach erfolgreicher Kontrolle des Weingutes darf ein Wein als Biowein gekennzeichnet werden. Auch Onlinehändler, die mt Biowein handeln, müssen sich einmal jährlich kontrollieren lassen.
Öko-Siegel: Das Öko-Siegel kennzeichnet Produkte aus ökologischem Landbau. Es bestätigt, dass der Wein nach festgelegten Bio-Richtlinien erzeugt wurde. Für Verbraucher ist es eine wichtige Orientierungshilfe beim Kauf z.B. von Biowein. Neben dem verbindlichen EU-Bio-Siegel gibt es auch das deutsche Biosiegel, das zusätzlich verwendet werden darf.
Ökobilanz: Die Ökobilanz bewertet die Umweltauswirkungen z.B. eines Produkts über seinen gesamten Lebenszyklus. Dazu gehören Anbau, Produktion, Transport und Verpackung.
Ökologische Kellerwirtschaft: Ökologische Kellerwirtschaft bezeichnet die Weinbereitung nach Bio-Richtlinien. Sie erlaubt nur eine begrenzte Auswahl an Hilfsmitteln. Ziel ist es, den Wein möglichst naturbelassen zu erzeugen.
Ökologischer Anbau: Ökologischer Anbau verzichtet auf synthetische Pflanzenschutzmittel, Kunstdünger und Gentechnik. Stattdessen werden natürliche Methoden wie Begrünung und Kompost eingesetzt. Im Weinbau dient er dem Schutz von Umwelt und Bodenfruchtbarkeit.
Önologie: Önologie ist die Wissenschaft von der Weinherstellung. Sie beschäftigt sich mit allen Prozessen vom Most bis zur Abfüllung.
Önologische Hilfsmittel: Önologische Hilfsmittel sind Stoffe, die bei der Weinbereitung eingesetzt werden dürfen, etwa Hefen oder Schönungsmittel. Im Bio-Weinbau ist ihre Auswahl stark eingeschränkt.
Osmose: Osmose ist ein physikalischer Prozess, bei dem Flüssigkeiten durch eine halbdurchlässige Membran wandern. In der Weinbereitung kann Umkehrosmose zur Konzentration oder zum Alkoholentzug eingesetzt werden.
Osmotischer Druck: Osmotischer Druck entsteht durch unterschiedliche Konzentrationen gelöster Stoffe in Flüssigkeiten. Er spielt eine Rolle bei der Wasseraufnahme der Rebe.
Österreich:Österreich bietet mit Regionen wie Wachau, Kamptal, Burgenland und Steiermark eine enorme Vielfalt an charaktervollen Weinen und einzigartigen Terroirs.
Oxidation: Oxidation ist die Reaktion von Wein mit Sauerstoff. In kleinen Mengen trägt sie zur Reifung bei, in zu großen Mengen schadet sie dem Wein.
Oxidativer Ausbau: Oxidativer Ausbau ist ein Stil, bei dem der Wein bewusst mehr Sauerstoffkontakt erhält. Dadurch entstehen nussige und reife Aromen.
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Parzelle: Eine Parzelle ist ein abgegrenztes Teilstück eines Weinbergs. Sie kann sich in Boden, Ausrichtung oder Mikroklima unterscheiden.
Passerina: Passerina stammt aus Mittelitalien. Sie ist widerstandsfähig und liefert frische, säurebetonte Weißweine. Die Aromen erinnern an Zitrus und grüne Äpfel.
Passivbelüftung: Passivbelüftung bezeichnet die natürliche Luftzirkulation in Lager- oder Kellerräumen ohne technische Lüfter. Sie spart Energie und sorgt für ein stabiles Klima.
Pasteurisierung: Pasteurisierung ist das kurzzeitige Erhitzen von Most oder Wein, um Mikroorganismen abzutöten. Im Bio-Weinbau ist dieses Verfahren nur eingeschränkt erlaubt, da es den natürlichen Charakter verändern kann.
Pecorino: Pecorino ist eine alte italienische Sorte aus den Abruzzen. Sie reift früh und bringt aromatische, strukturreiche Weißweine hervor. Typisch sind Kräuter-, Apfel- und Zitrusnoten.
Petit Verdot: Petit Verdot ist eine selten angebaute Rotweinrebsorte aus Bordeaux und eine Cousine des Cabernet Sauvignon. Die Trauben sind klein, dickschalig und spätreifend, wodurch konzentrierte, langlebige Bioweine mit opulenten Tanninen, klarer Säure, dunklen Beerenaromen und Veilchenduft entstehen. Petit Verdot eignet sich sowohl für reinsortige Weine als auch für Blends und zeigt bei sorgfältiger Pflege sein volles Qualitätspotenzial.
Perlage: Perlage beschreibt die feinen Kohlensäurebläschen in Schaumwein. Sie beeinflusst das Mundgefühl und die Frische.
Pfalz:Die Pfalz ist eines der wichtigsten Weinbaugebiete Deutschlands und überzeugt durch warmes Klima, vielfältige Böden und eine große Auswahl an Rebsorten.
Pflanzenschutzmittel (biologisch): Biologische Pflanzenschutzmittel bestehen aus natürlichen Stoffen wie Pflanzenextrakten oder Mineralien. Sie helfen, Pilzkrankheiten und Schädlinge zu kontrollieren, ohne das Ökosystem stark zu belasten.
pH-Wert: Der pH-Wert gibt an, wie sauer oder basisch ein Wein ist. Er beeinflusst Stabilität, Geschmack und Haltbarkeit.
Pflanzengesundheit: Pflanzengesundheit beschreibt den allgemeinen Zustand der Reben. Gesunde Pflanzen sind widerstandsfähiger gegen Krankheiten und liefern bessere Trauben.
Pflanzliche Schönungsmittel: Pflanzliche Schönungsmittel wie Erbsenprotein werden zur Klärung des Weins eingesetzt. Sie ersetzen tierische Produkte wie Gelatine oder Eiweiß.
Pilzresistente Rebsorten (PIWI): PIWI-Rebsorten sind gezüchtet, um widerstandsfähig gegen Pilzkrankheiten zu sein. Sie benötigen weniger Pflanzenschutz. Für den Bio-Weinbau sind sie besonders interessant.
Pinot Meunier: Pinot Meunier heißt auch Schwarzriesling und ist eine rubinrote Rotweinrebsorte mit Aromen von Johannisbeere, Himbeere, Brombeere und Kirsche. Als Biowein überzeugt er durch feingliedrigen Körper, milde Säure und passt ideal zu mildem Käse sowie Schwein- und Lammgerichten.
Pinot Noir: Pinot Noir, in Deutschland besser bekannt als Spätburgunder, zählt zu den edelsten Rotweinsorten der Welt. Als Biowein überzeugt er mit eleganter Purpurfarbe, Aromen von Erdbeeren, Kirschen und Waldbeeren sowie feiner Struktur und großem Lagerpotenzial.
Pinotin: Pinotin ist eine pilzwiderstandsfähige Rotweinsorte aus Deutschland mit Pinot-Noir-Abstammung. Sie zeigt eine hohe Resistenz gegenüber Pilzkrankheiten und eignet sich gut für den Bioanbau. Die Weine sind farbintensiv mit Aromen von Kirsche, Beeren und feiner Würze.
Portugieser: Portugieser ist eine unkomplizierte Rotweinrebsorte, die frische, fruchtige Bioweine mit heller bis rubinroter Farbe hervorbringt. Mit Aromen von Johannisbeeren und Erdbeeren, moderatem Tanningehalt und leichter Struktur eignet sich Portugieser für den frühen Genuss. Die Rebe ist robust, mittelfrüh und ertragssicher, ideal für unkomplizierte, aromatische Bioweine.
Posip: Pošip stammt von der kroatischen Insel Korčula. Sie liefert kräftige Weißweine mit reifer Frucht und moderater Säure. Die Sorte bevorzugt warme Lagen.
Pressung: Pressung ist das Auspressen der Trauben zur Gewinnung des Mosts. Schonende Pressung verhindert Bitterstoffe aus Kernen und Schalen.
Primäraromen: Primäraromen stammen direkt aus der Traube und erinnern an Früchte oder Blumen. Sie prägen besonders junge Weine.
Primärvergärung: Die Primärvergärung ist die erste alkoholische Gärung, bei der Zucker in Alkohol umgewandelt wird. Sie ist die Grundlage jeder Weinherstellung.
Primitivo: Primitivo stammt aus Süditalien und ist eng mit Zinfandel verwandt. Sie reift früh und ist relativ trockenheitsresistent. Die Weine sind alkoholreich, fruchtig und zeigen Aromen von reifen Beeren und Gewürzen.
Pyrazine: Pyrazine sind Aromastoffe, die grüne Paprika oder Kräuter erinnern lassen. Sie kommen vor allem in bestimmten Rebsorten vor. Ihr Gehalt hängt stark vom Reifegrad der Trauben ab.
Q
Qualitätskontrolle: Qualitätskontrolle umfasst alle Maßnahmen zur Überprüfung von Weinqualität, von der Traube bis zur Flasche. Die amtliche Qualitätskontrolle ist für alle QbA Qualitäten (Qualität bestimmter Anbaugebiete) vorgeschrieben und wird mit der Vergabe einer Amtlichen Prüfnummer (AP Nummer) dokumentiert.
Qualitätsstufe: Qualitätsstufe bezeichnet die gesetzliche Einordnung eines Weins, etwa als Qualitätswein oder Prädikatswein. Sie basiert auf Herkunft und Mostgewicht.
Qualitätswein: Qualitätswein ist eine gesetzlich definierte Weinart mit höheren Anforderungen an Herkunft und Analysewerte. Er muss aus einem bestimmten Anbaugebiet stammen und eine amtliche Prüfung bestehen.
Quetschung: Quetschung bezeichnet das leichte Zerdrücken der Trauben vor der Gärung. Dabei platzen die Beeren auf, ohne Kerne zu zermahlen.
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Rebalter: Rebalter bezeichnet das Alter der Rebstöcke. Ältere Reben liefern meist geringere Erträge, dafür oft konzentriertere und komplexere Weine. Allerdings ist der Begriff "Alte Reben" nicht geschützt. Das bedeutet, das Winzer teilweise schon bei 20 Jahre alten Rebstöcken von "Wein aus alten Reben" sprechen. Ein klarer Qualitätsunterschied kann in Blind-Verkostungen erst bei ca. 50 Jahre alten Reben festgestellt werden.
Reberziehung: Reberziehung beschreibt die Art und Weise, wie die Reben gezogen und geschnitten werden. Sie beeinflusst Ertrag, Gesundheit und Belüftung der Trauben.
Rebschnitt: Rebschnitt ist das Zurückschneiden der Reben im Winter oder Frühjahr. Er reguliert Ertrag und Wachstum und sorgt für ausgewogene Traubenreife.
Rebula: Rebula ist in Slowenien und Friaul verbreitet. Sie ist robust und vielseitig ausbaubar. Die Weine sind frisch, kräutrig und eignen sich auch für Orange Wine.
Regent: Regent ist eine frühreifende, robuste Rotweinrebsorte aus Deutschland. Die Weine sind intensiv von granat- bis schwarzrot, mit Aromen von Kirschen, Brombeeren und Cassis. Mit feiner Säure und betonten Tanninen eignen sich Regent-Bioweine früh zum Genuss. Die Rebe ist widerstandsfähig gegen Frost und Mehltau, ertragssicher und ideal für aromatische Bioweine.
Reifegrad: Reifegrad beschreibt den Entwicklungszustand der Trauben in Bezug auf Zucker, Säure und Aromen. Er bestimmt maßgeblich den späteren Weinstil.
Reinzuchthefe: Reinzuchthefe ist eine gezüchtete Hefe, die gezielt zur Gärung eingesetzt wird. Sie sorgt für berechenbare Gärverläufe und kann den Weingeschmack des Weines entscheidend beeinflussen.
Restzucker: Restzucker ist der Zucker, der nach der Gärung im Wein verbleibt. Er bestimmt, ob ein Wein trocken, halbtrocken oder lieblich ist.
Riesling: Riesling ist Deutschlands bekannteste Weißweinrebsorte mit großer Anbaufläche und hoher Aromavielfalt. Die Weine zeigen hellgelbe bis hellgrüne Farbe, Aromen von Pfirsich, Apfel und Zitrus, mineralische Noten bei Schieferböden und charakteristische Petroltöne bei gereiften Exemplaren. Riesling ist langsam reifend, bevorzugt steinige Steilhänge und ist ideal für frische, aromatische Bioweine.
Rivaner: Rivaner ist die gleiche Rebsorte wie Müller-Thurgau, entstanden aus Riesling und Madeleine Royal. Die Weine sind frisch, fruchtig-blumig, mit mittlerem Körper, milder Säure und hellgelber Farbe. Rivaner ist frühreifend, unkompliziert im Anbau und zeigt bei reduzierter Ertragsmenge sein volles Qualitätspotenzial.
Rohwein: Rohwein ist der junge Wein nach Abschluss der alkoholischen Gärung, bevor er filtriert oder ausgebaut wird. Er ist noch trüb und unausgereift.
Roter Veltliner: Roter Veltliner wird vor allem in Österreich angebaut. Sie ist anspruchsvoll im Anbau, liefert aber strukturreiche Weine. Typisch sind würzige, nussige Aromen.
Rückstandsfreiheit: Rückstandsfreiheit bedeutet, dass im Wein keine nachweisbaren Reste von synthetischen Pflanzenschutzmitteln enthalten sind. Für Biowein ist dies ein zentrales Qualitätsmerkmal. Regelmäßige Kontrollen stellen dies sicher.
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Saftabzug: Saftabzug bezeichnet das Abziehen eines Teils des Mostes aus der Maische vor oder während der Gärung. Dadurch erhöht sich das Verhältnis von Schalen zu Saft, was zu intensiverer Farbe und Struktur führt. Aus dem abgezogenen Saft aus Rotwein wir häufig Roséwein hergestellt.
Sangiovese: Sangiovese ist die wichtigste Rebsorte der Toskana und Basis für Chianti und Brunello. Sie ist anfällig für Krankheiten und benötigt gute Lagen. Die Weine zeigen Säure, Kirschfrucht und würzige Noten.
Säureabbau (biologisch): Der biologische Säureabbau ist der natürliche Umwandlungsprozess von Apfelsäure in mildere Milchsäure durch Milchsäurebakterien. Er macht den Wein weicher und runder.
Säuregehalt: Der Säuregehalt beschreibt die Menge an Weinsäure, Apfelsäure und anderen Säuren im Wein. Er beeinflusst Frische, Haltbarkeit und Geschmack.
Sauvignac: Sauvignac ist eine PIWI-Sorte mit Sauvignon-ähnlichem Aromaprofil. Sie ist pilzresistent und eignet sich für Bioanbau. Typisch sind Stachelbeere, Zitrus und grüne Noten.
Sauvignon Blanc: Sauvignon Blanc ist eine international verbreitete Weißweinrebsorte mit ausgeprägter Frische und Aromen von grüner Paprika, Johannisbeere, Stachelbeere und Zitrusfrüchten. Als Biowein überzeugt er durch lebendige Säure und passt hervorragend zu Fisch, Gemüsegerichten und Ziegenkäse.
Savagnin: Savagnin wird vor allem im französischen Jura angebaut. Sie ist spätreifend und widerstandsfähig. Die Weine sind würzig, oxidativ geprägt und sehr lagerfähig.
Schalenkontakt: Schalenkontakt bezeichnet die Zeit, in der der Traubensaft mit den Schalen in Berührung bleibt. Dabei werden Farb- und Aromastoffe sowie Gerbstoffe gelöst. Besonders bei Orange Wines spielt dieser Prozess eine wichtige Rolle.
Schaumwein: Schaumwein ist Wein mit natürlicher Kohlensäure, etwa Sekt oder Crémant. Er entsteht durch eine zweite Gärung.
Scheurebe: Die Scheurebe ist eine aromatische Weißweinrebsorte mit Noten von schwarzer Johannisbeere, Grapefruit und exotischen Früchten. Als Biowein überzeugt sie durch harmonisches Spiel von feiner Süße und lebendiger Säure und eignet sich sowohl trocken als auch edelsüß ausgebaut.
Schilcher: Roséweine, welche in der Steiermark aus der historischen Rebsorte Blaue Wildbachrebe gekeltert werden, erhalten den gesetzlich geschützten Begriff "Schilcher". Die Trauben sind klein, dichtbeerig und reifen spät. Der daraus gewonnene Biowein überzeugt mit herzhaft trockenen, beerigen Noten.
Schwarzriesling: Schwarzriesling heißt auch Pinot Meunier und ist eine rubinrote Rotweinrebsorte mit Aromen von Johannisbeere, Himbeere, Brombeere und Kirsche. Als Biowein überzeugt er durch feingliedrigen Körper, milde Säure und passt ideal zu mildem Käse sowie Schwein- und Lammgerichten.
Schwefel (SO₂): Schwefel, genauer Schwefeldioxid, schützt Wein vor Oxidation und Mikroorganismen. Im Bio-Weinbau ist seine Verwendung erlaubt, jedoch in geringeren Mengen als im konventionellen Weinbau.
Sedimentation: Sedimentation ist das natürliche Absinken von Trubstoffen im Most oder Wein. Dadurch klärt sich die Flüssigkeit ohne technische Filterung.
Selektion: Selektion bezeichnet das Auslesen von Trauben nach Qualität, entweder im Weinberg oder im Keller. Nur gesunde und reife Trauben werden verarbeitet.
Semillon: Semillon ist vor allem in Bordeaux und Australien verbreitet. Sie ist botrytisanfällig und ideal für Süßweine. Die Weine sind weich, mit Honig- und Kräuternoten.
Sensorik: Sensorik ist die Wahrnehmung von Wein mit den Sinnen, also Sehen, Riechen und Schmecken. Sie dient der Qualitätsbewertung und Stilfindung.
Silvaner: Silvaner ist vor allem in Deutschland und Österreich verbreitet. Die Sorte ist anspruchsvoll im Standort. Die Weine sind mild, mineralisch und feinwürzig.
Solaris: Solaris ist eine PIWI-Sorte für kühle Klimazonen. Sie ist sehr pilzresistent und früh reifend. Die Weine sind aromatisch und fruchtbetont.
Spätburgunder: Spätburgunder, international als Pinot Noir bekannt, zählt zu den edelsten Rotweinsorten der Welt. Als Biowein überzeugt er mit eleganter Purpurfarbe, Aromen von Erdbeeren, Kirschen und Waldbeeren sowie feiner Struktur und großem Lagerpotenzial.
Spontangärung: Spontangärung ist die Gärung mit natürlichen, auf den Trauben vorhandenen Hefen. Sie verläuft oft langsamer und weniger berechenbar, bringt aber komplexe Aromen hervor.
Stabilisierung: Stabilisierung umfasst Maßnahmen, die den Wein haltbar und klar machen, etwa Kältestabilisierung oder natürliche Klärung.
Standzeit: Standzeit bezeichnet die Dauer, in der Most oder Wein ruht, um sich zu klären oder zu reifen. Sie beeinflusst Struktur und Geschmack.
Steillage: Steillage ist ein Weinberg mit starkem Gefälle. Sie bietet gute Sonneneinstrahlung und Luftzirkulation, ist aber arbeitsintensiv, da sie nur schwer maschinell bearbeitet werden kann.
St. Laurent: Sankt Laurent ist eine traditionsreiche Rotweinrebsorte mit rubinroter Farbe und Aromen von Wildkirsche und Waldbeeren. Als Biowein überzeugt sie durch feine Säure, samtig-raue Tannine und eignet sich hervorragend als eleganter Speisenbegleiter.
Stockdichte: Stockdichte bezeichnet die Anzahl der Rebstöcke pro Hektar. Hohe Stockdichte fördert Konkurrenz um Wasser und Nährstoffe und kann die Qualität steigern.
Sulfite (Kennzeichnung): Der Sulfit-Gehalt muss auf dem Etikett deklariert werden, wenn er über 10 mg/Liter liegt, unabhängig davon, ob dem Wein Sulfite zugesetzt wurden oder nicht.
Süßegrad: Süßegrad beschreibt den Eindruck von Süße im Wein, abhängig vom Restzucker und der Säure. Er reicht von trocken bis lieblich.
Syrah: Syrah stammt aus dem Rhône-Tal und ist weltweit verbreitet. Sie ist hitzeresistent, aber anfällig für Wind und Trockenstress. Die Weine sind würzig mit Pfeffer-, Brombeer- und Rauchnoten.
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Tankgärung: Tankgärung bezeichnet die alkoholische Gärung in geschlossenen Edelstahltanks. Sie erlaubt eine genaue Temperaturkontrolle und bewahrt frische Fruchtaromen. Auch im Bio-Weinbau wird diese Methode häufig eingesetzt, um saubere und stabile Gärverläufe zu erzielen.
Tannin: Tannin ist ein Gerbstoff, der vor allem aus Traubenschalen, Kernen und Holzfässern stammt. Es verleiht dem Wein Struktur und kann ein trockenes Mundgefühl erzeugen.
Temperaturkontrolle: Temperaturkontrolle ist die Überwachung und Steuerung der Gär- und Lagertemperatur. Sie beeinflusst Aromaentwicklung und Gärverlauf maßgeblich.
Tempranillo: Tempranillo ist Spaniens wichtigste Rotweinsorte. Sie reift früh und ist mäßig krankheitsanfällig. Die Weine sind ausgewogen mit Aromen von Kirsche, Vanille und Leder.
Terroir: Terroir beschreibt das Zusammenspiel von Boden, Klima, Lage und menschlicher Bewirtschaftung. Es prägt den individuellen Charakter eines Weins.
Traubenlese: Traubenlese ist die Ernte der Trauben im Weinberg. Sie erfolgt kann per Hand oder per Maschine erfolgen. Handlese bringt in der Rege eine deutlich höhere Qualität des Lesegutes, da unreife oder faule Trauben besser ausgelesen werden können. Bei der Maschinenlese führen Weingüter, die auf hohe Qualität achten, vor dem Einsatz der Erntemaschine eine sogenannte Negativlese durch, bei der Trauben, die nicht geerntet werden sollen zuvor geschnitten und auf den Boden geworfen werden.
Traubenmost: Traubenmost ist der frisch gepresste Saft der Trauben vor der Gärung. Er enthält Zucker, Säuren und Aromavorstufen.
Trebbiano: Trebbiano ist eine der meistangebauten Sorten Italiens. Sie ist ertragreich und widerstandsfähig. Die Weine sind frisch, leicht und neutral.
Trester: Trester sind die festen Rückstände aus Schalen und Kernen nach dem Pressen. Sie können weiterverwertet werden, etwa zur Destillation oder als Kompost.
Tresterkompost: Tresterkompost entsteht aus vergorenem Traubentrester und anderen Pflanzenresten. Er dient als natürlicher Dünger im Weinberg. Bio-Winzer nutzen ihn zur Bodenverbesserung und Humusbildung.
Trinkreife: Trinkreife beschreibt den optimalen Zeitpunkt, zu dem ein Wein sein bestes Aromaprofil erreicht hat. Sie hängt von Struktur, Säure und Ausbau ab.
Trockenstress: Trockenstress entsteht, wenn Reben über längere Zeit zu wenig Wasser erhalten. Er kann Wachstum, Reife und das Aromenprofil der Trauben beeinträchtigen.
Trollinger: Trollinger ist eine traditionelle Rebsorte mit ziegel- bis hell rubinroten Weinen. Die Trauben reifen spät auf warmen, frostfreien Böden und ergeben frische, unkomplizierte Weine mit Aromen von Erdbeeren und Kirschen. Trollinger-Bioweine sind meist im ersten Jahr trinkreif und passen zu Brotzeit, hellem Fleisch oder Pasta.
Trub: Trub besteht aus festen Bestandteilen wie Fruchtfleisch, Schalenpartikeln und Hefen im Most oder Wein. Er wird durch Klärung entfernt oder setzt sich bei Ruhephasen ab, so dass der darüber stehende Wein klar abgezogen werden kann.
Typizität: Typizität beschreibt, wie typisch ein Wein für seine Rebsorte und Herkunft ist. Sie zeigt sich in charakteristischen Aromen und Struktur.
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Überreife: Überreife beschreibt Trauben, die über den optimalen Reifezeitpunkt hinaus am Stock bleiben. Sie enthalten sehr viel Zucker und wenig Säure.
Umfüllung: Umfüllung ist das Umziehen des Weins von einem Behälter in einen anderen. Dabei wird er vom Bodensatz getrennt und geklärt.
Umstellung (auf Biologischen Weinbau): Umstellung bezeichnet die Übergangsphase eines Weinguts vom konventionellen zum biologischen Weinbau. Sie dauert in der Regel drei Jahre. In dieser Zeit gelten bereits Bio-Richtlinien, die Weine dürfen jedoch erst im dritten Jahr als "Wein aus der Umstellung auf biologischen Weinbau" und nach Abschluss der Umstellung als Bio-Wein vermarktet werden.
Unterstockbegrünung: Unterstockbegrünung bezeichnet das gezielte Begrünen des Bodens direkt unter den Reben. Sie schützt vor Erosion, verbessert das Bodenleben und reguliert den Wasserhaushalt. Im Bio-Weinbau ist sie ein wichtiges Element der Bodengesundheit.
Unterlage (Rebe): Unterlage ist der wurzelnde Teil der Rebe, auf den die Edelsorte aufgepfropft wird. Sie bestimmt Widerstandskraft und Wuchsverhalten der Pflanze. In der Regel handelt es sich bei den Unterlagen um Reblaus resistente sogenannte Amerikanerreben
Unfiltriert: Unfiltriert bezeichnet Weine, die ohne technische Filtration abgefüllt werden. Sie können leicht trüb erscheinen. Naturweine sind immer unfiltriert.
Ursprungsbezeichnung: Ursprungsbezeichnung beschreibt die rechtlich geschützte Herkunft eines Weins (z.B. QbA - Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete). Sie garantiert bestimmte Qualitäts- und Herkunftskriterien. Auch Bio-Weine unterliegen diesen Regelungen zusätzlich zu den Bio-Vorgaben.
Ursprungstypizität: Ursprungstypizität beschreibt, wie stark ein Wein seine Herkunft geschmacklich widerspiegelt. Sie zeigt sich in mineralischen, klimatischen oder sortentypischen Noten.
UV-Schutz (Rebe): UV-Schutz bezeichnet natürliche Mechanismen der Rebe, sich vor intensiver Sonneneinstrahlung zu schützen. Dazu zählen Blattstellung und Schalenstärke der Beeren. Auch durch die Reberziehung, wie z.B. den Pergolaanbau, wird gerade in mediterranen Ländern ein UV Schutz angestrebt. Eine ausgewogene Laubarbeit unterstützt diesen Schutz.
V
Veganer Wein: Veganer Wein ist ein Wein, der ohne tierische Hilfsmittel geklärt oder geschönt wurde. Statt Gelatine, Eiweiß oder Fischblase werden pflanzliche oder mineralische Mittel eingesetzt. Bio-Weine mit Demeter Zertifizierung sind immer vegan, da tierische Schönungsmittel durch die Verbandsrichtlinien verboten sind.
Vegetationsperiode: Die Vegetationsperiode ist die Zeitspanne vom Austrieb der Rebe im Frühjahr bis zur Lese im Herbst. In dieser Phase entstehen Blätter, Blüten und Trauben.
Verdejo: Verdejo stammt aus Rueda in Spanien. Sie ist widerstandsfähig gegen Trockenheit. Die Weine zeigen Kräuter-, Zitrus- und Pfirsichnoten.
Verdicchio: Verdicchio ist typisch für die Marken in Italien. Sie ist spät reifend und langlebig. Die Weine sind mineralisch mit Mandel- und Zitrusaromen.
Vergärung: Vergärung ist der Prozess, bei dem Hefen den Zucker im Traubenmost in Alkohol und Kohlensäure umwandeln. Sie bestimmt den Alkoholgehalt und den Grundcharakter des Weins. Sie kann durch die Zugabe von zugekauften Reinzuchthefen, durch selektierte hofeigene Hefen oder spontan, durch Hefezellen die an den Trauben anhaften, passieren.
Vergärungstemperatur: Vergärungstemperatur bezeichnet die Temperatur während der alkoholischen Gärung. Sie beeinflusst die Bildung von Aromen und den Gärverlauf.
Verjus: Verjus (aus dem französischen von "grüner Saft" abgeleitet) ist der Saft unreifer Trauben, der einen hohen Säuregehalt besitzt. Er wird als milde Alternative zu Essig oder Zitronensaft verwendet.
Verkostung: Verkostung ist das sensorische Prüfen von Wein mit Auge, Nase und Gaumen. Sie dient der Qualitätskontrolle und Stilfindung.
Vermentino: Vermentino ist im Mittelmeerraum verbreitet. Sie ist hitzeresistent und ergibt frische, kräuterwürzige Weißweine.
Verschnitt: Verschnitt bezeichnet das Mischen verschiedener Weine oder Partien zu einem neuen Wein (Cuvée). Ziel ist ein harmonischer Gesamtgeschmack, der die positiven Eigenschaften der Ursprungsrebsorten bestmöglich kombiniert.
Vinifikation: Vinifikation umfasst alle Schritte von der Traube bis zum fertigen Wein, einschließlich Gärung, Ausbau und Abfüllung. Sie bestimmt Stil und Qualität des Weins maßgeblich.
Viognier: Viognier stammt aus der Rhône. Sie ist ertragsschwach und anspruchsvoll. Die Weine zeigen Pfirsich-, Aprikosen- und Blütenaromen.
Vorlaufmost: Vorlaufmost ist der erste Saft, der beim Pressen der Trauben ohne Druck austritt. Er gilt als besonders hochwertig und aromatisch. Viele Bio-Winzer verwenden ihn für ihre feinsten Qualitäten.
Vulkanboden: Vulkanboden entsteht aus erkaltetem Lava- oder Aschematerial. Er ist mineralstoffreich und gut durchlässig. Weine von Vulkanböden zeigen oft eine ausgeprägte Mineralität und markante Frische.
W
Wachstumsphase: Wachstumsphase bezeichnet den Zeitraum, in dem die Rebe Triebe, Blätter und Trauben entwickelt. Sie beginnt im Frühjahr und endet mit der Reife der Beeren. Im Bio-Weinbau wird diese Phase durch natürliche Bodenpflege und Pflanzenstärkung unterstützt.
Wasserhaushalt: Wasserhaushalt beschreibt die Versorgung der Rebe mit Wasser aus Niederschlägen und Bodenreserven. Ein ausgeglichener Wasserhaushalt ist entscheidend für gesunde Trauben. Bio-Winzer fördern ihn durch Humusaufbau und Begrünung.
Weinfehler: Weinfehler sind unerwünschte Geruchs- oder Geschmacksnoten, etwa durch Oxidation oder Fehlgärung. Sie beeinträchtigen die Qualität des Weins.
Weinrecht (Bio): Weinrecht (Bio) umfasst die gesetzlichen Vorgaben für die Erzeugung und Kennzeichnung von Bio-Wein. Es regelt Anbau, Kellerarbeit und zugelassene Zusatzstoffe. Das Bio-Weinrecht ist durch die EU-Bio-Verordnung für alle EU Staaten und auch für in die EU importierte Bioweine verbindlich geregelt. Bio-Winzer müssen diese Vorschriften zusätzlich zum allgemeinen Weinrecht einhalten.
Weinstil: Weinstil beschreibt die geschmackliche Ausrichtung eines Weins, etwa fruchtig, mineralisch oder kraftvoll. Er entsteht aus Rebsorte, Herkunft und Ausbau.
Weinstein: Weinstein sind kristalline Ablagerungen aus Kaliumsalzen der Weinsäure, die sich bei Kälte bilden können. Sie sind ein natürlicher Bestandteil des Weins und kein Qualitätsmangel. Besonders bei wenig behandelten Weinen treten sie häufiger auf.
Weinbereitung: Weinbereitung umfasst alle Schritte von der Lese bis zur Abfüllung. Sie beinhaltet Gärung, Ausbau und Klärung.
Weißburgunder:Der Weiße Burgunder ist eine helle Mutation des blauen Spätburgunders und bevorzugt warme, tiefgründige Böden in trockenen Lagen. Er ergibt spätreifende, ertragreiche Weine mit zartem, nussigem Aroma nach Apfel, Birne, Quitte und leichter Zitrusnote, die meist schlank, elegant und säurearm sind. Ausbau im Stahltank bewahrt das feine Aroma, für hochwertige Weine werden auch Barriquefässer verwendet.
Welschriesling: Der Welschriesling, nicht mit dem Weißen Riesling verwandt, ist eine spät reifende, saftige Sorte mit dünner Schale, die frühe, warme Lagen bevorzugt. Er ergibt von spritzigen, fruchtigen Tafelweinen bis zu edelsüßen Beerenauslesen vielfältige Weine mit Bukett nach Äpfeln, Zitrus oder exotischen Früchten.
Wildbachrebe, Blaue Die Blaue Wildbachrebe ist eine historische Rotweinsorte aus der Steiermark, aus der der gesetzlich geschützte Roséwein Schilcher gekeltert wird. Die Trauben sind klein, dichtbeerig und reifen spät. Der daraus gewonnene Biowein überzeugt mit herzhaft trockenen, beerigen Noten.
Wildhefen: Wildhefen sind natürliche Hefen, die auf den Trauben und in der Umgebung des Weinguts vorkommen. Sie können die Gärung spontan starten.
Würzer: Würzer ist eine deutsche Aromasorte. Sie ist krankheitsanfällig. Die Weine sind intensiv duftig mit Muskat- und Blütennoten.
Z
Zelen: Zelen stammt aus Slowenien. Sie ist regional verbreitet und robust. Die Weine zeigen frische Kräuter- und Apfelaromen.
Zertifizierung (Bio): Zertifizierung bezeichnet das offizielle Prüfverfahren, mit dem ein Wein als Bio-Produkt anerkannt wird. Es umfasst Kontrollen im Weinberg und im Keller. Nur zertifizierte Betriebe dürfen ihre Weine als Bio-Wein kennzeichnen. Auch Onlinehändler, die mit Biowein handeln, müssen sich zertifizieren lassen. Hier erden insbesondere Warenein- und Ausgänge geprüft, um eine Umdeklaration von konventionellem Wein zu Biowein zu unterbinden.
Zuckerabbau: Zuckerabbau ist der Prozess, bei dem Hefen während der Gärung Traubenzucker in Alkohol umwandeln. Er bestimmt den Alkoholgehalt des Weins.
Zuckergehalt: Zuckergehalt bezeichnet die Menge an natürlichem Zucker im Traubenmost. Er beeinflusst Alkoholgehalt und Weinstil.
Zweigelt: Zweigelt ist Österreichs wichtigste Rotweinsorte, gezüchtet aus St. Laurent und Blaufränkisch. Die Trauben sind dichtbeerig, blauschwarz und ergeben vollmundige Bioweine mit Sauerkirscharoma.